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Prozess in Rostock : Immobilienmakler gesteht Drogenhandel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Marten S. dealte zwischen 2010 und 2016 im großen Stil mit Marihuana #wirkoennenrichtig

Rund 25 Kilogramm Marihuana soll Marten S. zwischen 2010 und 2016 zuerst selbst erworben und dann gewinnbringend weiterverkauft haben. Deswegen steht der 30-Jährige seit gestern vor dem Landgericht Rostock. Die Anklage wirft ihm mindestens 31 Fälle vor, in denen er unerlaubt mit den Betäubungsmitteln gehandelt und so insgesamt 161 000 Euro als Gewinn eingestrichen haben soll.

Eine angeregte Verständigung kam nicht zustande. Die Verteidigung sah die angeklagte Drogenmenge als zu hoch angesetzt an und lehnte eine Strafe von dreieinhalb bis vier Jahren Haft plus 90 000 Euro Rückzahlung als Gegenleistung für ein umfassendes Geständnis ab. Aufgeflogen ist der Rostocker Immobilienmakler, als in zwei Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus in Jarchow im Kreis Ludwigslust-Parchim Cannabisplantagen entdeckt wurden. Der Besitzer einer dieser Wohnungen, Maximilian Ü. (26), ein gebürtiger Rostocker und Schulkamerad des Angeklagten in der Großen Wallschule, packte anschließend aus. Gegen ihn wird zurzeit in Schwerin verhandelt.

Mit einem ungebremsten Redeschwall versuchte Marten S. gestern, seinen Anteil an den Aktionen klein zu halten. Er gab zu, ab 2010 jeweils acht Gramm Marihuana für 50 Euro etwa zwei- bis dreimal im Monat von Maximilian Ü. für den Eigenbedarf gekauft zu haben. Später wurden es 100 Gramm. Das steigerte sich bis zu 500 Gramm ab Oktober 2014. Die Hälfte habe er für 7,50 Euro das Gramm weiterverkauft – aber nicht für zehn Euro, wie es ihm vorgeworfen wird.

Eine Kripobeamtin sagte gestern, Ü. hätte mitgeteilt, dass er seine gezüchteten Drogen ausnahmslos an Marten S. verkauft habe. Die Vertreterin der Anklage machte Angaben über die Auswertung des Handyverkehrs zwischen Marten S. und seinen Abnehmern. 37 sind bisher bekannt, es gebe aber noch mehr. Einige hätten täglich Drogenwünsche geäußert und Marten S. hätte nie abgelehnt. Der Prozess wird am 15. März fortgesetzt.

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