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Heiligen-Geist-Gemeinde Rostock : Im Glauben schöpft sie Kraft

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die neugewählten Kirchenältesten treten ihren ehrenamtlichen Dienst an – so auch Uta Stropahl aus Rostock #wirkoennenrichtig

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erstellt am 12.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Aufrecht und mit gefalteten Händen sitzt Uta Stropahl auf ihrem Stuhl. Vor ihr auf dem Tisch liegt das Kirchenblatt der Heiligen-Geist-Gemeinde. Ihrer Gemeinde.

Stropahl gehört zu den zwölf Kirchenältesten des neugewählten Kirchgemeinderats. Für die nächsten sechs Jahre wird sie sich nun den Belangen der Gemeinde widmen. „Ich habe aber schon zwei Jahre vor meiner jetzigen Wahl im Kirchengemeinderat mitgemacht“, sagt Stropahl.

Sie sei nicht immer so fasziniert vom Kirchenleben gewesen, erzählt die junge Fachärztin für Psychiatrie. Zwar sei sie durch ihren Vater christlich erzogen worden, aber das Interesse an Glaubensthemen war eher gering. „Ich bin getauft und auch konfirmiert worden. Aber ein echtes, lebendiges Interesse ließ lange auf sich warten.“ Erst vor etwa vier Jahren habe sie zunehmend das Bedürfnis verspürt, am Kirchenleben teilhaben zu wollen. „Nachdem ich meine beiden Kinder bekommen hatte, änderte sich mein Blick auf den Glauben. Ich erinnerte mich an meine Erziehung und wollte jetzt auch meinen Kindern christliche Werte mitgeben“, erklärt die 37-Jährige.

Schließlich ging sie häufiger in die Gottesdienste und fand Anschluss. „Unser Pastor, Marcus Antonioli, hat mich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mich auch in der Gemeinde zu engagieren“, erzählt Stropahl. Sie überlegte nicht lange und sagte Ja. Seitdem wachse sie jeden Tag mehr in den Glauben und ihre Rolle als Kirchenälteste hinein, berichtet sie.

Die Arbeit im Kirchengemeinderat mache ihr viel Freude. „Hier leistet jeder seinen Beitrag. Es ist ein gutes Sinnbild für die Dreifaltigkeit: Zusammen sind wir eins.“ Der Kirchengemeinderat kümmert sich um die Gestaltung des Gemeindealltags – im Kleinen wie im Großen. „Wir unterstützen den Pastor zum Beispiel im Gottesdienst. Wir lesen Bibeltexte vor, reichen das Abendmahl und wir sammeln und zählen die Kollekte.“

Aber auch abseits des Gottesdienstes fallen Aufgaben an. Zum Beispiel treffen sich die Ältesten, sprechen über geplante Projekte und erörtern, was in der Vergangenheit gut war und wo noch Luft nach oben ist.

Ein wichtiges Anliegen sei Stropahl, ihre Kirche wieder unter die Menschen zu bringen. „Kirche belebt. Sie trägt eben nicht dieses steife Regelkorsett. Zu unseren Angeboten, wie zum Beispiel Gospelchor, Songgruppe, Flötenkreis, Kinderchöre und Kantorei, laden wir alle – ob kirchlich oder nicht – ein.“ Konfessionslose seien generell willkommen. „Nicht-Christen haben auch Fragen zum Leben und möchten vielleicht darüber sprechen“, sagt Stropahl. Als Kirchenälteste setze sie sich für eine offene Gemeinschaft ein.

„Der Begriff Kirchenälteste ist übrigens recht irreführend. Der Altersdurchschnitt bei uns beträgt nämlich Mitte 40. Unsere Jüngste ist in den Zwanzigern“, so Stropahl.

Heute Abend findet eine Dankeschön-Veranstaltung für die Kirchenältesten des Kirchenkreises Mecklenburg statt. „Da kann ich leider nicht dabei sein“, bedauert Stropahl.

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