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#wirkoennenrichtig vereine : Im Club finden Seefahrer Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Diakon Folkert J. Janssen und sein Team kümmern sich um Matrosen und Kapitäne aus der Fremde.

Als einen Anker in der Fremde, als einen Ort der Begegnung und der Besinnung für den Seemann im Ausland bezeichnet Tino Hensel, ehemaliger Fahrensmann und langjähriger Vorsitzender der Deutschen Seemannsmission Rostock, den internationalen Seemannsclub Hollfast. Dieser wurde mit der Gründung der Seemannsmission Rostock 1991 eröffnet und befindet sich nach mehreren Umzügen seit 2008 in der ehemaligen, sogenannten Schwarzküche im Rostocker Überseehafen, in denen die im Kohle- und Erzumschlag Beschäftigten ihr Essen einnehmen konnten.

In den einst dunklen, heute sehr geschmackvoll und praktisch eingerichteten Räumen sind täglich Seeleute willkommen, die fernab der Heimat ein paar Stunden in geselliger und informativer Runde verbringen möchten. „Hier können sie gemeinsam mit uns zusammen sitzen und über Freuden, Sorgen und Wünsche reden“, sagt der Leiter der Deutschen Seemannsmission Rostock, Folkert J. Janssen, der sich noch gern an die spannende Zeit der Gründung des Vereins vor gut 25 Jahren erinnert.

Mit der Wende ergriffen die Pastoren Rolf Grund aus Warnemünde und Peter Wittenburg aus St. Petri in Rostock die Initiative und engagierten sich über den gerade etablierten jährlichen Sonntag der Seefahrt hinaus für den Aufbau einer Station der Seemannsmission. Gemeinsam mit mehreren Partnern, wie Oberkirchenrat Andreas Flade, folgte der Idee die Tat. Als Stationsleiter gewonnen wurde der damals 34-jährige Folkert J. Janssen, der aus einer Seefahrerfamilie stammt, selbst auf den Weltmeeren unterwegs war und seinen Zivildienst bei der Seemannsmission in Brake geleistet hatte. Nach einer entsprechenden Ausbildung kam der junge Mann am 1. Juli 1991 nach Rostock. „Damals gab es keine großen bürokratischen Hürden. Alles ging sehr schnell voran“, erinnert sich der Seemannsdiakon.

Die Gründungsveranstaltung fand am 31. Januar 1991 in der Nikolaikirche statt. Ein Novum in der Geschichte der deutschen Seemannsmissionen: Mit Heike Schönemann, Kerstin Behrendt und Marianne Hoffmann bestand der Gründungsvorstand aus drei Frauen. Bereits am 4. August wurde nach einem Seefahrergottesdienst in Warnemünde im Überseehafen der Seemannsclub Hollfast eröffnet. „Am Tag darauf haben wir richtig losgelegt. Seither konnten wir im Club rund 135 000 Seeleute begrüßen. Zudem stehen mehr als 40 000 Bordbesuche zu Buche. Wir organisieren Ausflüge ins Rostocker Zentrum, kümmern uns um erkrankte Fahrensleute und tauschen auf Wunsch auch Geld“, sagt Seemannsdiakon Janssen, der an seiner Seite rund 40 Vereinsmitglieder, darunter Reedereien und Makler, hat.

Aktiv ist das kleine Stationsteam vor allem im Überseehafen und im Fischereihafen. Zudem werden Crewmitglieder der Kreuzliner betreut. „Wir sind im Gespräch mit Rostock Port, versuchen in direkter Nähe des Warnemünder Kais Räumlichkeiten zu bekommen“, sagt der 58-Jährige.

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