Kampfansage an Schwerin : Holt sich Rostock die Bundesgartenschau?

Die blaue Glaspyramide wurde für die Vereinigten Arabischen Emirate anlässlich der IGA 2003 in Schmarl errichtet. Heute steht sie im Botanischen Garten Hamburg.
Die blaue Glaspyramide wurde für die Vereinigten Arabischen Emirate anlässlich der IGA 2003 in Schmarl errichtet. Heute steht sie im Botanischen Garten Hamburg.

OB Methling träumt von einer Buga in der Innenstadt im Jahr 2025. IGA-Gelände soll Park bleiben

svz.de von
04. Mai 2017, 05:00 Uhr

Blühende Landschaften – die hat es in Rostock 2003 gegeben, als für die Internationale Gartenschau (IGA) Brachflächen und Reste des Dorfes Schmarl zu einer wunderschönen, wassernahen Parkanlage umgestaltet wurden. Doch vom einstigen Glanz des Areals ist nicht mehr viel übrig – vor allem mit Blick auf die Besucherzahlen. „Ich glaube, das große Versäumnis war, dass die Hansestadt Menschen in der Geschäftsführung vom IGA-Park eingesetzt hat, denen eine nachhaltige Nutzung dieses Bereiches völlig egal war“, bilanziert Roland Methling (parteilos).

Der Oberbürgermeister träumt deshalb davon, eine Bundesgartenschau (Buga) nach Rostock zu holen. Bis 2023 sind die ausrichtenden Orte schon festgelegt – auf Berlin als aktuellen Gastgeber folgen im Zwei-Jahres-Rhythmus Heilbronn, Erfurt und Mannheim. Laut Deutscher Bundesgartenschau-Gesellschaft ist dann Schwerin dran – die Landeshauptstadt erhielt bereits den Zuschlag, muss aber noch die Finanzierung klären.

Für Rostocks OB kein Grund, seine Visionen aufzugeben: „Eine Buga 2025 unter Einbeziehung der Deponie, mit Stadthafen, Gehlsdorfer und Dierkower Ufer und vielleicht auch dem Osthafen, um zu zeigen, wie Wohnen und Hochtechnologie miteinander verknüpft sind – das könnte ich mir vorstellen“, so Methling. Unter den entsprechenden Voraussetzungen des Haushalts könne hier gemeinsam mit dem Land MV ein attraktives Projekt mit großer Nachhaltigkeit entstehen. Schließlich hätte Schwerin bei der Ausrichtung der Buga 2009 gezeigt, „wie man städtebauliche Fördermittel des Landes nachhaltig einsetzt“, so der Rostocker OB.

Im IGA-Park sei das nicht passiert. „Bei 200 Millionen, die die IGA als Ganzes gekostet hat, hat sich niemand darüber Gedanken gemacht, wie es dann weitergehen soll“, resümiert Methling. Stattdessen habe man „freundlich zugeschaut, als die Pyramide nach Hamburg abtransportiert wurde und tolerierend hingenommen, dass die Gastronomie – die von der Hansestadt bezahlt worden war – aus dem Traditionsschiff ausgebaut wurde“. Nach 2003 „haben dann alle nur noch Wunden geleckt“. Jetzt gelte es nach Ansicht des OB, das Areal als das zu erhalten, was es sei: ein Naherholungsgebiet. „Die Idee, dort ein Disneyland aufzubauen, finde ich absurd. Wir haben unser Kleinod Warnemünde, ein ganz natürliches Disneyland, und das sollten wir auch entsprechend fördern und aufbauen“, so Methling.

Über die Frage, ob das Traditionsschiff im IGA-Park verbleibt, entscheiden im September die Rostocker Einwohner per Bürgerentscheid. „Ich bin ein ganz großer Fan des Tradi, aber ich sehe da wenig Menschen“, sagt das Rostocker Stadtoberhaupt. Man dürfe sich aber nicht wundern, dass sich „dort nichts dreht und bewegt, wenn man ein Museum vom höchsten Rang einer Gartengesellschaft unterstellt – das ist einmalig in der Welt“, so Methling.

Unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheides sei für ihn aber klar, dass der IGA-Park auch künftig nicht verkommen darf.

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