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Rövershagen : Holocaust-Zeitzeugen klären Schüler auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prominente Gäste in der Europaschule regen Nachwuchs zum Nachdenken an #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 20:45 Uhr

Den Geschichten, die Rahel Renate Mann, Katrin Himmler und Niklas Frank zu erzählen haben, lauschen die Jugendlichen der Europaschule Rövershagen aufmerksam. Der große Raum im Musikhaus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Bei einer Podiumsdiskussion haben die drei am Donnerstag mit Schülern der zehnten bis zwölften Klasse über das Leben nach der Shoah, also dem Völkermord an den Juden Europas durch die Nationalsozialisten, gesprochen. „Die Veranstaltung ist Teil der Projekttage an unserer Schule“, erklärt Lehrerin Petra Klawitter. Sie leitet seit 1999 – damals noch an der Schule in Gelbensande – die Projektgruppe (PG) Kriegsgräber. Ziel sei es, den Schülern die Geschehnisse der NS-Zeit näher und sie so dazu zu bringen, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Seit etwa zehn Jahren helfen dabei auch Augenzeugen.

In diesem Jahr ließ Rahel Renate Mann die Schüler an ihrem Leben und ihrem Überleben des Holocausts teilhaben. „Es ist sehr intensiv, was sie erzählt“, sagt die Schülerin Anne-Sophie Gieloff aus Bentwisch. Sie hat sich bereits zum dritten Mal in Folge für die Teilnahme an dem Projekt der PG Kriegsgräber entschieden. „Es ist faszinierend, aus welcher Kraft heraus Frau Mann das alles überstanden hat und etwas aus sich gemacht hat“, zeigt sich die 16-Jährige beeindruckt.

Aus einer anderen Perspektive beleuchteten Katrin Himmler und Niklas Frank während der Projekttage dieses Thema für die Schüler. Beide berichten, wie sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinandergesetzt haben. Denn sie ist die Großnichte von Heinrich Himmler und er der Sohn von Hans Frank, der als Schlächter von Polen bekannt wurde. Und so wollten Schüler und Lehrer bei der Podiumsdiskussion vor allem wissen, wie sie mit ihrer eigenen Geschichte umgehen, welche Prozesse sie bei der Auseinandersetzung mit den Taten ihrer Väter und Großonkel durchlaufen haben. Oder was sie ihnen heute sagen würden, wenn sie  die Möglichkeit dazu hätten.

„Es gibt nicht mehr so viele Zeitzeugen, deswegen müssen wir andere Wege nutzen, um diese Biografien zu zeigen. Zum Beispiel durch Zweitzeugen“, erklärte Katrin Himmler. „Wichtig ist, Schülern Zugänge zu den Biografien zu ermöglichen.“ Denn so, sagte Rahel Renate Mann, werde die Empathie viel mehr angeregt.

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