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#wirkoennenrichtig Vereine : Helfer mit großen Herzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vereinsmitglieder bieten Ärmsten der Armen Unterstützung

Vor fast neun Jahren eröffnete der Verein Kostenlos einen Umsonstladen in der Reutershäger Anton-Saefkow-Straße 2. „Den Verein gegründet haben wir 2008 mit dem Ziel, finanziell schwächer gestellten Menschen die Möglichkeit zu geben, fehlende Dinge des Alltags kostenlos oder gegen eine kleine Spende, die wir für die Miete, Telefon, Heizung und Strom verwenden, zu erstehen. Gleichzeitig haben wir unser Geschäft in den Räumen der Wiro eröffnet. Wir sind sehr froh, über den großen, hellen Laden und über einen zugehörigen Lagerraum. Denn vielfach erhalten wir warme Sachen zum Ende des Winters, die wir dann bis zum Herbst aufbewahren“, sagt Vereinsvorsitzende Marion Schulz.

Die 66-Jährige hat an ihrer Seite 19 Mitglieder, von denen etliche bereits im Ruhestand sind und die sich gern ehrenamtlich engagieren. „Es macht einfach Spaß, hier auch als Rentner etwas Sinnvolles zu tun und anderen Menschen helfen zu können“, sagt Vereinsmitglied Raimund Kloock, der ebenso wie die anderen Ehrenamtler einmal in der Woche im Laden steht, Spenden annimmt, sortiert, verkauft und mit den Leuten ins Gespräch kommt. „Wenn wir über unsere Arbeit ein Buch schreiben würden, dann stände das ganz sicher schnell auf der Bestsellerliste“, ist sich Marion Schulz sicher. Besonders nahe geht es der mehrfachen Mutter und ausgebildeten Altenpflegerin, wenn das Geld der Eltern nicht reicht, ihren Kleinen zum Schulanfang etwas Neues zu kaufen. „Bleibt von den Spenden etwas übrig, dann schauen wir überall, wo wir für diesen Anlass für sehr wenig Geld beispielsweise einen Rucksack oder eine Zuckertüte kaufen können. Die Lütten, die sich ihre Eltern ja nicht aussuchen können, sollen einen schönen Schulstart haben, so wie andere auch“, findet Marion Schulz, deren Team sich um Großfamilien ebenso sorgt wie um alte Menschen mit Mini-Rente oder Obdachlose, die eine Wohnung erhalten und rein gar nichts besitzen.

„Neben den Ärmsten der Armen schauen hier aber auch Leute rein, die ihr großes Auto um die Ecke parken, meinen ein Schnäppchen bei uns machen und auf eine Spende verzichten zu können. Da werde ich schon mal sauer“, gesteht die resolute Vereinschefin.

Da die Regale im Umsonstladen derzeit nicht sehr gut gefüllt sind, freut sich der Verein über fast jede Spende. „Aber die Müllentsorgung sind wir nicht. Sauber und heil sollten die Dinge sein. Löcher in den Strümpfen, kaputter Reißverschluss in der Jacke oder ungewaschene Unterwäsche, so etwas bieten wir niemanden an“, betont die Rostockerin, die noch immer auf einen großzügigen Sponsor hofft, der ein-, zweimal im Jahr beim Auffüllen der Regale hilft. „Das müssen keine Markenklamotten sein“, versichert Marion Schulz, die ein großes Herz für andere hat und die in ihrem eingeschworenen Team eine große Familie sieht.

„Natürlich feiern wir auch mal zusammen. Zum Frauentag und zu Weihnachten. Und unseren jährlichen Wandertag verpasst keiner“, meint die couragierte Mittsechzigern.

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