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Maritime Wirtschaft Rostock : Hafenerweiterung nimmt Form an

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

2019 soll Ausbau Richtung Osten inklusive Teilüberbauung des Breitlings starten. Ärger mit Naturschützern droht. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 07.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Zusammen mit der Vertiefung des Seekanals soll 2019 auch die Erweiterung des Rostocker Seehafens in Richtung Osten beginnen. Das bestätigt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Damit scheint die Entscheidung über die künftige Stoßrichtung bereits gefallen. Bisher standen zwei mögliche Varianten im Raum, die die Betreibergesellschaft Rostock Port und die Stadtverwaltung im aktuellen Hafenentwicklungsplan 2030 näher beleuchten. Dort heißt es, der abschließende Prüfungsbericht des Projektteams unter der Leitung von Inros Lackner stehe noch aus. Sowohl die Variante Ost als auch West hätte den Gutachtern zufolge allerdings schwerwiegende Auswirkungen auf Natur und Mensch. Unter anderem müssten jeweils mehrere geschützte Biotope weichen. Und auch die Lärmbelastung sei ein Problem.

Das Prüfgebiet der Variante Ost befindet sich zwischen Schnatermann, Mönchhagen und Güterverkehrszentrum Rostock. Bis auf drei bebaute Grundstücke in Peez hat die Hafen-Betreibergesellschaft Rostock Port nach eigenen Angaben alle ehemaligen Wohnstandorte aufgekauft. „Mit einer Vollendung ist in den kommenden Jahren zu rechnen“, heißt es im Entwicklungsplan. Außerdem würden weiter vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen gesichert.

Vorteile der Variante Ost seien die verhältnismäßig geringe Zahl betroffener Anwohner, die einfache Anbindung des neuen Hafenbeckens ans Schienennetz, die Kompaktheit sowie die abschnittsweise Umsetzbarkeit der Erweiterung. Für die Hafenanlage selbst würde allerdings ein Teil des Breitling-Flachwasserbereichs überbaut werden. Ein weiterer gewichtiger Nachteil sei der Verlust einzigartiger und geschützter Biotope, beispielsweise des Küstenüberflutungsmoores. Damit falle nicht nur der komplexe Lebensraum geschützter Tier- und Pflanzenarten weg, durch die Zerstörung der Niedermoorböden werde auch jede Menge klimaschädliches Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Auch der Peezer Bach soll verlegt werden. Laut der Gutachter werden diese Maßnahmen drastische Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Das gelte allerdings auch im Untersuchungsgebiet West, das zwischen Toitenwinkel, Petersdorfer Straße, B 105 und Langenort liegt. Dort hat Rostock Port seit 2001 mehr als 18 Hektar Land erworben. Von der Ankaufpolitik ausgenommen ist der innere Bereich Krummendorfs. Für das Gebiet liegt den Angaben zufolge zwar nur ein Zwischenbericht zu den Umweltauswirkungen vor. Schon darin jedoch bewerten die Gutachter das artenschutzrechtliche Konfliktpotenzial als hoch. Beispielsweise müssten ein nicht zu ersetzendes Kliff sowie 1000 Meter unverbauter Uferbereich weichen. Dennoch halten die Gutachter fest: „Aus derzeitiger Sicht wird von einer Überwindbarkeit aller artenschutzrechtlichen Konflikte ausgegangen.“

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