Warnemünde : Hafen-Chef stellt sich Anwohnersorgen

Gerade, wenn solche riesigen Pötte wie die „Norwegian Getaway“ in Warnemünde anlegen, ist es für die Anwohner durch die laufenden Motoren oft sehr laut. Zumal das Schiff an einem Tag wegen einer Reparatur anders herum festmachen musste. Das führt zu Spannungen bei Bewohnern.
Gerade, wenn solche riesigen Pötte wie die „Norwegian Getaway“ in Warnemünde anlegen, ist es für die Anwohner durch die laufenden Motoren oft sehr laut. Zumal das Schiff an einem Tag wegen einer Reparatur anders herum festmachen musste. Das führt zu Spannungen bei Bewohnern.

Rostock Port Geschäftsführer hört sich im Ortsbeirat die Beschwerden an #wirkoennenrichtig

svz.de von
14. September 2017, 12:00 Uhr

Rostock Port Geschäftsführer Jens Aurel Scharner kennt die Sorgen der Warnemünder beim Thema Kreuzfahrt schon lange. Deshalb hat er sich im Ortsbeirat Warnemünde erneut den Sorgen zu den Emissionen gestellt, die ja zu den Schattenseiten der Kreuzfahrt gehören. Scharner hat nichts beschönigt, aber betont, dass er weder Reeder sei noch Schiffe baue.

Alle Hoffnung allein auf einen Landstromanschluss zu setzen, sei falsch. „Es läuft uns derzeit nur ein Schiff an, das davon profitieren würde“, sagt Scharner.

Er würde sich auch wünschen, dass noch mehr schadstoffärmere Schiffe Warnemünde und Rostock anlaufen. „Es hat sich schon einiges verbessert, aber bis die umweltfreundlichsten Schiffe zu uns kommen, das wird noch ein paar Jahre dauern“, so Scharner. Mit einer Messstation in Hohe Düne wird die Schadstoffbelastung täglich registriert. „Sie liegt an manchen Tagen zwar höher, aber immer noch im erlaubten Bereich.“

Auch Bewohner Jürgen Brandt aus Hohe Düne wies auf die Gefährlichkeit der Diesel- und Schwefelabgase hin. „Je nach Windrichtung ist die Belastung stärker oder schwächer“, sagt Brandt. Für Bewohner sei es anstrengend, dass die Kreuzfahrtschiffe zur eigenen Stromerzeugung bis zu 16 Stunden mit laufenden Motoren dicht an den Wohnungen der Warnemünder und Urlauber liegen. Das ist besonders für die Bewohner vom Schwarzen Weg und der Alten Bahnhofstraße eine Belastung, aber momentan noch nicht anders lösbar.

Scharner betonte auch, dass man beispielsweise schadstoffärmere Schiffe mit geringeren Liegeplatzgebühren quasi belohnen könne, um damit einen Anreiz für die Reeder zu schaffen, ihre Schiffe immer zeitgemäßer, umweltgerechter und mit weniger Emissionen auszurüsten. Das würde zur Entspannung im Ostseebad und vor allem bei den manchmal schon etwas genervten Bewohnern aus Warnemünde führen.

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