Bildung : Grundschule nimmt Betrieb auf

Erst durch die Feier, dann durch den Neubau führen Drittklässler Jan Leo und Achtklässlerin Clara Middelhuß die Gäste.
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Erst durch die Feier, dann durch den Neubau führen Drittklässler Jan Leo und Achtklässlerin Clara Middelhuß die Gäste.

Kinder- und Jugendkunstakademie feiert Eröffnung ihres Neubaus. Senator Bockhahn fordert mehr Einsatz für öffentliche Einrichtungen. #wirkoennenrichtig

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09. September 2017, 05:00 Uhr

Draußen werkeln die Garten- und Landschaftsbauer zwar noch am Freigelände, drinnen lernen die Schüler aber schon fleißig. Gestern feierte das Institut Lernen und Leben (ILL) die offizielle Eröffnung des Grundschulanbaus der Kinder- und Jugendkunstakademie im Vicke-Schorler-Ring. „Mit drei Millionen Euro ist das unsere größte Investition, seit es das ILL gibt“, sagt dessen Geschäftsführer Sergio Achilles. Entstanden sind acht zusätzliche Klassenzimmer, ein Spiel- und Bewegungsraum, ein Musikraum, Atelier, Werkraum und eine Mensa.

„Was diesen Schulstandort zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Möglichkeit, vom dritten Lebensjahr an bis zum Ablegen des Abiturs gemeinsam zu lernen“, so Achilles. Dank des zweistöckigen Anbaus können nun maximal 528 Schüler ganztags von 6 bis 18 Uhr lernen, davon 176 Grundschüler im Neubau. „Schule hat längst begriffen, dass sie nicht mehr nur ein Ort der reinen Wissensvermittlung, sondern auch ein Lebens- und ein Bewegungsort ist“, sagt Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Das zeige der Kreativ-Campus deutlich auf. „Private Träger wie das ILL zeigen uns immer wieder, was möglich ist“, sagt Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke). Dass öffentliche Einrichtungen deswegen schlechter seien, sei aber der falsche Schluss. Beide hätten ihre Berechtigung. „Es geht darum, dass wir allen Kindern und Jugendlichen an allen Schulen in MV die bestmögliche Ausbildung ermöglichen – egal in welcher Trägerschaft“, erklärt Bockhahn, räumt aber zugleich ein: „Da müssen wir als Kommune und als Land wirklich besser werden.“ Beispielsweise dauere die Erarbeitung der neuen Schulbaurichtlinie schon viel zu lange. Das habe selbst für die Inklusion Folgen: „Sie ist nur dann möglich, wenn die räumlichen Gegebenheiten da sind“, so Bockhahn. Er sei der festen Überzeugung, dass schon die bauliche Hülle ausstrahle, welches Klima innen herrsche. Da habe die Kinder- und Jugendkunstakademie nun vorgelegt.

Drittklässler Jan Leo und Achtklässlerin Clara Middelhuß, die gemeinsam mit Schulleiterin Manuela Wilfert durch die Zeremonie führten, sind mit ihrem Schulklima sehr zufrieden. „Alle Lehrer sind extrem nett und höflich“, sagt Clara. Sie besucht die Kinder- und Jugendkunstakademie seit der fünften Klasse. „Der Wechsel war schon eine Umstellung, weil das Konzept ganz anders ist“, erklärt die 14-Jährige. Bereut habe sie den Schritt aber nie.

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