Kreativwirtschaft : Gründer setzen auf Heimat Meer

Vom Vereinsheim der Gartensparte in alle Welt: Das Heimatmeer-Team Ronny Schimpf, Kerstin Schimpf, Philipp Weber und Robin Laatz vertreibt Kleidung, Taschen und Deko mit maritimen Sprüchen online von Lütten Klein aus.
Vom Vereinsheim der Gartensparte in alle Welt: Das Heimatmeer-Team Ronny Schimpf, Kerstin Schimpf, Philipp Weber und Robin Laatz vertreibt Kleidung, Taschen und Deko mit maritimen Sprüchen online von Lütten Klein aus.

Drei Lütten Kleiner betonen maritimes Gefühl und vertreiben vom Kleingarten aus trendige Mode, Accessoires und Deko. #wirkoennenrichtig

svz.de von
21. September 2017, 05:00 Uhr

Es ist der Traum vieler Firmengründer – von der heimischen Garage aus mit seinen Erfindungen den Weltmarkt zu erobern. Drei junge Rostocker wollen es anders machen: „Garage kann jeder, wir sind vom Kleingarten-Vereinsheim aus erfolgreich“, sagt Philipp Weber und lacht. Zusammen mit zwei Freunden aus Schulzeiten hat er vor zwei Jahren das Label Heimatmeer gegründet und den Firmensitz nach Lütten Klein verlegt. „Hier sind wir aufgewachsen, zusammen ins Erasmus-Gymnasium gegangen, hier ist unsere Heimat“, so der 31-Jährige. Für den Außendienst sitzt noch Stefan „Ecki“ Eckhoff mit im Boot. Da die Jungunternehmer auch einen Bezug zum Meer haben – ihre Väter sind alle in der Seefahrt tätig – war der Firmenname schnell gefunden.

Mittlerweile gibt es mehr als 100 verschiedene Produkte vom T-Shirt über Schlüsselanhänger, Deko und Wandbilder bis hin zur bedruckten Fliese als Untersetzer für Kaffeetassen, die natürlich auch im Sortiment angeboten werden. Jeder Artikel hat dabei einen Bezug zur nordischen Lebensart. „Durchbruch und Bestseller war und ist der Hoodie mit dem Spruch ,Keep calm and say Moin’“, erzählt Ronny Schimpf, der zusammen mit Philipp die Geschäftsführung innehat. Das Gründertrio will seinen Kunden das Gefühl vom entspannten und glücklichen Leben am Meer vermitteln. Und das durch die Konzentration auf das Online-Geschäft mittlerweile europaweit. Auch aus der Wüste hätten ihnen zufriedene Käufer Bilder ihrer Produkte zugeschickt.

„Wir selbst sind keine Designer, aber Kreative, die Lieblingsstücke kreieren wollen“, sagt Schimpf. Auf die Kleidung, die sie aus der EU beziehen, drucken die jungen Männer in Handarbeit witzige Sprüche, die teils bekannt sind, aber immer maritim abgewandelt werden. „Bitte nicht schubsen, ich hab ein Fischbrötchen im Rucksack“ ist zum Beispiel auf einem Turnbeutel zu lesen und geisterte vorher schon in einer Version mit Joghurt durch das Netz.

Auf einen eigenen Laden verzichten die Rostocker bisher ganz bewusst, präsentieren Teile ihres Sortiments in einem großen Kaufhaus in der City oder an Ständen bei Events wie der Hanse Sail. Dort, mit dem Ohr direkt bei den Kunden, würden sie auch viel Rückmeldung erhalten – und Inspiration für neue Kollektionen. Für den Herbst sind zum Beispiel neue Kapuzenpullover, Hoodies genannt, geplant. Dazu Beanie-Mützen. „Alles sturmerprobt, wie es sich an der Küste gehört“, sagt Ronny Schimpf. Der Strandbesuch sei für das Trio quasi Dienstreise und Sonnenbrand gehöre zum Geschäft, ergänzt er schmunzelnd. Überhaupt sei das Meer für sie nicht nur Firmenname, sondern dessen Schutz für die Jungunternehmer auch Verpflichtung. „Wir versuchen, auf Plastikverpackungen weitestgehend zu verzichten“, erklärt der 30-Jährige. Schließlich soll die Grundlage ihrer kreativen Selbstständigkeit als Heimat- und Sehnsuchtsort noch weiter erhalten bleiben.

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