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Boom in Rostock : Großwälzlager stockt massiv auf

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unternehmen im Fischereihafen will um zwei Hallen erweitern. Neue Maschine soll mehr Kapazität bringen. Kunden in Norwegen, USA, Indien #wirkoennenrichtig

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erstellt am 09.Mär.2017 | 11:45 Uhr

Die Deutsche Großwälzlager GmbH im Rostocker Fischereihafen wächst. Für 1,5 Millionen Euro wird eine neue Karusselldrehbank im Werk installiert. In diesem Zuge sollen sechs neue Mitarbeiter zu den aktuell 30 angestellt werden. Außerdem sollen zwei neue Hallen gebaut und in den nächsten zwei Jahren 24 weitere Fachkräfte eingestellt werden.

„Das hier machen wir richtig groß“, sagt Großwälzlager-Geschäftsführer Lars Ulrich Kahl. Die Geschäfte laufen seit dem Produktionsstart im März 2016. In der Großhalle in der Marieneher Straße 17 werden von Kugellagern bis zu mehreren Tonnen schweren Großlagern verschiedenste technologische Lösungen für Windkraftanlagen, Krantürme oder auch Tunnelbohrmaschinen produziert – Einzelanfertigungen. Damit bedienen die Gesellschafter, zu denen auch Kahl gehört, eine vielversprechende Nische auf dem Markt. Und das Unternehmen bleibt flexibel: Auf der Härtemaschine im Werk fanden eigentlich nur Teile von Lagern mit bis zu 6,5 Metern Durchmessern Platz – eigentlich. Technik-Chef Armin Welter hat das erweitert, auf 8,7 Meter. Dadurch wurde es möglich, einen lukrativen Auftrag anzunehmen für ein Lager, das bei der Braunkohletageförderung zum Einsatz kommen soll. Vieles ist selbst entwickelt, sagt Kahl.

Eine Kugelbahn wird auf einer 8er-Rundplatte ausgeschrubbt. Zerspanungsmechaniker Peter Haßmann überwacht den Prozess. Das Blattlager, das bearbeitet wird, erklärt er, wird einer der zwei notwendigen Einleger für den Flügel einer Windkraftanlage.
Eine Kugelbahn wird auf einer 8er-Rundplatte ausgeschrubbt. Zerspanungsmechaniker Peter Haßmann überwacht den Prozess. Das Blattlager, das bearbeitet wird, erklärt er, wird einer der zwei notwendigen Einleger für den Flügel einer Windkraftanlage.
 

In der Halle wird gerade das Fundament für die neue CNC-Doppelständer-Karusselldrehmaschine, eine SKD40, fertiggestellt. Ab April soll sie stehen. Mit ihr will das Unternehmen vor allem seine Kapazität erhöhen, noch mehr Lager fertigen und aufbereiten. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, Ringe zu verzahnen. „Der Bauantrag für die neuen Hallen wird gerade von der dänischen Bach-Gruppe erstellt“, sagt Kahl. Wenn es nach dem Geschäftsführer geht, sollte es noch schneller klappen mit der Aufstockung. Aber sein engagierter Zeitplan musste eine Verzögerung von einem halben Jahr hinnehmen. Die Fertigstellung der Haupt-Halle hatte länger gedauert als geplant. Das Ziel bleibt: „Auf Dauer wollen wir auf 60 Mitarbeiter kommen.“ Innerhalb von ein bis zwei Jahren soll das gelingen. Im Unternehmen arbeiten Bürokräfte, Vertriebler, Controller und vor allem Zerspaner sowie Konstrukteure – an bisher einer Karusselldrehbank, einer Härteanlage, einem Ofen, einem Bohrwerk und einer Montagestation. „Rundherum gibt es noch jede Menge Qualitätsmanagement und Messapparaturen“, sagt Kahl.

Die Großwälzlager GmbH hat Kunden weltweit: in Norwegen, Finnland, Belgien, den Niederlanden, USA, in Frankreich, Russland, Italien, Spanien, Portugal, Polen oder auch Indien. Alle habe das Unternehmen von null auf akquiriert. „Wir machen relativ viel mit Norwegen, aber auch in Deutschland“, so der Chef. 17 Millionen Euro hat die GmbH bisher am Standort investiert. Fast alle Mitarbeiter stammen aus Rostock.

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