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Rostock : Gebetsraum: Bauantrag ist da

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Islamischer Bund lässt Eignung eines ehemaligen Kaffeehauses in Evershagen behördlich prüfen

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Pläne für einen Gebetsraum des Islamischen Bundes Rostock in Evershagen schreiten voran. Bei der Stadtverwaltung ist Ende Juli ein entsprechender Bauantrag eingegangen.

Der Islamische Bund plant den Umbau eines ehemaligen Kaffeehauses in der Maxim-Gorki-Straße, das sich in Privatbesitz befindet. Der Ortsbeirat hatte einer entsprechenden Nutzungsänderung trotz heftiger Proteste bereits zugestimmt. Vorsitzender Niels Schönwälder (SPD) wusste vom aktuellen Bauantrag gestern noch nichts. „Ich gehe aber davon aus, dass der dann Thema der nächsten Sitzung wird“, sagte er.

Aufgrund der zu geringen Größe der geplanten Umbaumaßnahme wird der Antrag des Islamischen Bundes nicht im Bauausschuss der Bürgerschaft behandelt. Der Ortsbeirat würde aber aufgrund des öffentlichen Interesses am jetzt gestarteten Prüfverfahren beteiligt, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Eine Baugenehmigung würde erst dann erteilt, wenn die Ämterbeteiligung beendet ist und dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Anforderungen entgegenstehen. Über die Dauer des Prüfverfahrens könne deshalb noch keine Aussage getroffen werden, so die Stadtsprecherin gestern.

Ebenfalls offen ist, ob der Islamische Bund das Gebäude bereits erworben hat. Sprecher Maher Fakhouri war gestern nicht zu erreichen. Die muslimische Gemeinde befindet sich seit Monaten auf der Suche nach neuen Gebetsräumen in der Hansestadt. Nachdem die Moschee in der Erich-Schlesinger-Straße für die groß angelegte Bebauung des Groten Pohls weichen muss, plant der Verein mehrere einzelne Gebetsräume im Stadtgebiet – wie zum Beispiel den in Evershagen. Die Versammlungsräume sollen den Muslimen vor allem einen Ort für das Freitagsgebet bieten. Ob sich das ehemalige Kaffeehaus dafür eignet, wird nun geprüft. Sollte nichts dagegen sprechen, hat der Antragsteller einen Anspruch auf Genehmigung, auch wenn sich zum Beispiel der Ortsbeirat dagegen ausspricht, heißt es aus der Stadtpressestelle.

Kommentar "Ruhig Blut!" von Claudia Labude-Gericke

Die Pläne der muslimischen Gemeinde, sich in Evershagen einen Gebetsraum einzurichten, haben im Stadtteil für viele Diskussionen und Proteste gesorgt. Zahlreiche Gegner hatten beim Ortsbeirat vorbeigeschaut, als die Nutzungsänderung Thema war. Die Neuigkeit, dass es jetzt einen entsprechenden Bauantrag gibt, könnte die lautstarken  Kritiker gleich wieder auf den Plan rufen.

Dabei liegt es jetzt erst einmal  an der Verwaltung, rechtlich zu prüfen, ob eine  solche Versammlungsstätte mitten im Wohngebiet zulässig ist und welche Auflagen eventuell zu erfüllen sind. Klar ist: Diese Prüfung beruht ganz objektiv auf Fakten – die emotionale Seite der Diskussion kann und wird kein Gegenstand dabei sein.

Trotzdem sind die Befürchtungen der Evershäger  da und müssen ernst genommen werden... Aber nicht im Rathaus, sondern durch offene Türen und Transparenz bei den potenziellen künftigen Betreibern.

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