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Rostock : Forstamt rüstet sich für den Seuchenfall

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Land fordert Wildsammelstellen zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Hansestadt Rostock wappnet sich für einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. In Tschechien verbreitet sich diese Seuche bereits seit 2017. Deshalb wird aktuell beim Forstamt ein spezieller Platz als Wildsammelstelle mit Container inklusive Seuchenschleusenfunktion für Modullösungen errichtet. Damit wird auch einer Forderung des Landwirtschaftsministeriums Rechnung getragen, Wildsammelstellen zur Prophylaxe und Bekämpfung von Tierseuchen zu errichten. An so einem Ort sollen dann künftig Totfunde von Schwarzwild oder erlegtes Schwarzwild aus einem Risikogebiet beprobt und später beseitigt werden.

„Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in unseren Schwarzwildbeständen ist leider wohl keine Frage des Ob“, betont Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) und ergänzt: „Für die Hansestadt Rostock war es daher unerlässlich, die hierfür nötigen vorbereitenden Maßnahmen zu treffen. Mit den umfangreichen Bauarbeiten in Wiethagen sind wir jetzt sehr gut für den Ernstfall gerüstet. Ich danke allen Beteiligten, die die zügige Planung und Realisierung der Umbauten ermöglicht haben.“

Die Finanzierung des Projektes erfolgte mit 120 000 Euro aus dem städtischen Haushalt und mit 83 900 Euro aus Fördermitteln. Die Anforderungen an solche Plätze sind hoch, heißt es aus dem Veterinäramt der Stadt. Es ist eine sichere Umzäunung notwendig, damit Unbefugte dieses Gelände nicht betreten. Außerdem müssen eine Durchfahrdesinfektionswanne, ein Fahrzeugwasch- und ein Aufbruchplatz für die Tiere eingerichtet werden. Bei beiden muss der Boden versiegelt sein. Es ist ein Containerstellplatz für die Abholung von Tierkadavern notwendig. Außerdem ist für das Personal ein Container nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip zu errichten. Darüber hinaus muss eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von zehn Kubikmetern errichtet werden. So kann im Seuchenfall kontaminiertes Wasser aufgefangen werden.

„Wildsammelstellen, die der normalen Jagd dienen, also für nicht von der jeweiligen Tierseuche betroffene Wildarten, können dafür wegen bestehender Verschleppungsgefahr nicht genutzt werden“, betont Martina Plothe, Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. „Deshalb muss für den Seuchenfall ein separates Netz errichtet werden“, ergänzt sie. Wegen der Brisanz gab es kürzlich eine Tierseuchenlandesübung.

Die Bauarbeiten sind bereits im Gange, mittlerweile fehlt nur noch der Personalcontainer. Zur Gewährleistung der Fortführung des normalen Jagdbetriebes ist auch der Aus- und Umbau einer zweiten, bereits bestehenden Wildsammelstelle am Standort Hinrichshagen in Vorbereitung. Der Ortsbeirat von Markgrafenheide befürwortete diese Maßnahme.

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