#wirkoennenrichtig hafen : Flexibilität ist hier gefragt

Umschlaggeschehen auf dem Pier III: vorn der Kümo „Karl-Jakob K“, dahinter der Zementcarrier „Cyprus Cement“
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Umschlaggeschehen auf dem Pier III: vorn der Kümo „Karl-Jakob K“, dahinter der Zementcarrier „Cyprus Cement“

Gesamthafenbetrieb Rostock steuert 25. Jubiläum an: Martin Rotbarth führt das Unternehmen seit einem Jahr und setzt auf Ausbildung

svz.de von
08. März 2017, 12:00 Uhr

Vis-a-vis vom EEW-Großrohrwerk wird der Frachter „Industrial Ranger“ mit Monopiles für ein Offshore-Projekt für Norwegen bestückt. An den Getreideterminals laden zwei große Bulker Weizen und Gerste für Saudi-Arabien. Am Warnowkai löscht „Baltic Bright“ eine Papierfracht aus Rauma. Hier, wie bei der gesamten universellen Bandbreite des Hafenumschlags, ist die Mitarbeit des GHB gefragt.

Das Kürzel GHB steht für Gesamthafenbetrieb, den Arbeitskräftepool im Hafen, der in diesem Jahr auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Ein Jubiläum, das die Mitarbeiter Ende April mit einem feierlichen Abend begehen werden, wie Martin Rotbarth, Geschäftsführer der Gesamthafenbetriebsgesellschaft Rostock, berichten kann.

Die Gesellschaft, das sind fünf Mitarbeiter und der Geschäftsführer, vermittelt aus dem Pool gut ausgebildetes und erfahrenes Hafenpersonal für den Umschlag, die Lagerung und Kommissionierung von Gütern aller Art. Begonnen hatte es in Rostock nach dem Vorbild der Gesamthafenbetriebe Hamburg, Bremen und Lübeck mit Gewerkschaftshilfe als eine Art Auffanggesellschaft für mehr als 400 Hafenarbeiter. Für sie gab es damals nur noch sporadisch Arbeit, denn mit der D-Mark brach 1991 zunächst der Umschlag zusammen.

87 Mitarbeiter sind hier gegenwärtig tätig, darunter mit Brigitte Knehler und Ursula Groth zwei Frauen. Das Besondere ist ihre Einsatzfähigkeit in den verschiedenen Hafenbereichen, ihre Flexibilität, die nach Bedarf kurzfristig einen Wechsel von einem zum anderen Tätigkeitsfeld erfordert. Sie müssen Stückgut anschlagen, Stapler und Trucks fahren, Krananlagen und Bandsysteme bedienen...

Einsatzschwerpunkte sind die Rostocker Häfen, aber darüber hinaus weitere Umschlagplätze wie Stralsund und Wismar. Über den Werdegang des Personaldienstleisters, heute eine 100-prozentige Tochter von Euroports Germany, können 28 Mitarbeiter, die von Beginn an dabei sind, noch aus eigenem Erleben berichten. Die Crew, die in einem Gebäude am Schüttgutkai ihren Ankerplatz hat, ist in die Jahre gekommen. Ein Drittel wird in den nächsten fünf Jahren in Rente gehen. Verjüngung tut also not. So hat die Erstausbildung seit 2006 auch beim Personaldienstleister im Rostocker Hafen einen hohen Stellenwert. Insgesamt 23 Azubis absolvieren hier gegenwärtig in einem Ausbildungsverbund in der Regel in drei Jahren die Lehre zum Hafenlogistiker. 13 Unternehmen sind involviert – so die verschiedenen Gesellschaften der Euroports-Gruppe und Rostock Port sowie die Unternehmen DB Schenker, Karpack, Sartori & Berger, Rostocker Getreidelager, RZU und Fischereihafen. Die Azubis lernen so die spezifischen Anforderungen der Hafenpraxis bis hin zum Festmachen der Schiffe und der Tätigkeit im Kühlhaus kennen. Partner bei der Ausbildung sind die Berufsschule in Rostock-Schmarl und das Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) in Marienehe. Für 15 Neue, für die im September die Lehre beginnt, laufen gerade die Einstellungsgespräche. Auch im kaufmännischen Bereich wird ein Azubi – hier als Personaldienstleistungskaufmann – ausgebildet.

Die Anforderungen an die Hafenarbeit sind auch in Rostock in den vergangenen Jahren stark gestiegen, was allein die enorm gewachsenen Aufgaben im Umschlag von Papier und Windkraftanlagen veranschaulichen. So ist auch Fortbildung ein Gebot der Stunde, um qualifiziert den Bedarf zu decken.

2016 war für den GHB ein gutes Jahr. „Eine hohe Einsatzbereitschaft der Kollegen wurde abverlangt, der Bedarf der Hafenfirmen konnte gedeckt werden. Und auch in diesem Jahr haben wir gut zu tun, ist die quantitative und qualitative Bereitstellung des Personals durch den GHB gefragt“, konstatiert Martin Rotbarth.

Vor einem Jahr hatte der 37-Jährige, der in der maritimen Wirtschaft bereits zuvor adäquate Aufgaben erfüllte, den Staffelstab der Geschäftsführung von Wolf-Rüdiger Kamrau übernommen, der nach 49 Dienstjahren im Hafen in den Ruhestand trat.

Rotbarth ist gebürtiger Rostocker, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in Tessin heimisch ist. Hier engagiert er sich neben seinen sportlichen Aktivitäten in der Freizeit auch in der Flüchtlingshilfe und unterstützt die Initiative bei ihrem Deutschunterricht.


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