Sicherheit in Rostock : Feuerwehr lässt Neubau zu Wasser

Als Erste dürfen Danny Lobstein (v. l.), Johann Edelmann und Steffen Hofmann die 160 PS des Mehrzweckbootes austesten. Als Extras für die Taucher verfügt es unter anderem über eine kleine Plattform am Heck und Halter für die Sauerstoffflaschen.
Als Erste dürfen Danny Lobstein (v. l.), Johann Edelmann und Steffen Hofmann die 160 PS des Mehrzweckbootes austesten. Als Extras für die Taucher verfügt es unter anderem über eine kleine Plattform am Heck und Halter für die Sauerstoffflaschen.

Stadt investiert 100 000 Euro in Gefahrenabwehr auf der Warnow. Land stellt „Äsche“ außer Dienst. Löschboot vor ungewisser Zukunft.

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03. April 2017, 21:00 Uhr

Mann über Bord, Ölteppich auf der Warnow oder Bergung alter Mopeds vom Grund des Flusses: Im Notfall können die Mitglieder der Rostocker Berufsfeuerwehr ab sofort auf ihr neues Mehrzweckboot zurückgreifen. Gestern wurde es zu Wasser gelassen, seinen künftigen Liegeplatz hat es auf Höhe der Wasserschutzpolizei im Stadthafen.

Profitieren von der knapp 100 000 Euro teuren Neuanschaffung sollen insbesondere die Taucher, die bisher vom Gummischlauchboot aus operieren mussten. Ihr neues Boot verfügt über einen stabilen Aluminiumrumpf und ist speziell auf ihre Bedürfnisse ausgelegt. „Wir haben schon Übungsfahrten gemacht“, sagt Johann Edelmann, Chef des Brandschutz- und Rettungsamts. Dank der beiden 80 PS-Motoren sei der jeweilige Einsatzort schnell zu erreichen. Umziehen müssen sich die Taucher bereits während der Anfahrt von der Feuerwache in der Erich-Schlesinger-Straße aus. „Das dauert keine fünf Minuten, dann sind wir da“, so Edelmann.

Das neue Gerät bildet einen wichtigen Baustein bei der Gefahrenabwehr auf dem Wasser, erklärt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). „Das Land hat uns mitgeteilt, dass es die ,Äsche‘ außer Dienst nimmt“, sagt er. Zwar habe es für das Umweltboot aus Groß Klein ersatzweise ein Schiff aus Stralsund nach Rostock beordert, aber dank des Mehrzweckbootes könne die Feuerwehr nun auch selbstständig eingreifen und beispielsweise Ölsperren auslegen. Noch unklar ist derzeit die Zukunft des Feuerlöschboots. Im nächsten Jahr müsste die Stadt rund 500 000 Euro Reparaturkosten aufbringen, erklärt Müller. Daher prüfe die Verwaltung, ob ein Neubau sinnvoll wäre – zumal das aktuelle Modell eigentlich zu groß sei. Ein Neubau bräuchte weniger Besatzung, Tiefgang, wäre kleiner und wendiger, so der Senator. „Wir hoffen, der Bürgerschaft im Sommer einen Vorschlag machen zu können.“ Derzeit werde noch gerechnet. Ob das Schiff später von Groß Klein in den Überseehafen verlegt werde, hänge von der offenen Zukunft der Feuerwache See und vom Liegeplatzbedarf des Hafens ab.

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