Rostock : Falschparkern an den Kragen

23 850 Knöllchen haben Mitarbeiter des KOD 2016 wegen Falschparkens ausgestellt.
23 850 Knöllchen haben Mitarbeiter des KOD 2016 wegen Falschparkens ausgestellt.

Fahrradforum kritisiert Behinderungen im Straßenverkehr und fordert mehr Mitarbeiter für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) #wirkoennenrichtig

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13. Juni 2017, 05:00 Uhr

Sie stehen in Halteverboten und Ladezonen, behindern die Sicht an Kreuzungen, blockieren Rad- und Gehwege – Falschparker sind in der Hansestadt kein neues, aber ein hartnäckiges Problem, vor allem in Innenstadtnähe. Dass die Knöllchensammler es teilweise unmöglich machen, sich sicher und ordnungsgemäß im Straßenverkehr zu bewegen, kritisieren die Mitglieder des Fahrradforums seit langem. Hinzu kommt: Falschparkerdelikte haben drastisch zugenommen, sagt Forumssprecher Torsten Sohn (Grüne).

So belegen Statistiken aus dem Stadtamt, dass 2016 19 781 Verstöße wegen Parkens auf Gehwegen geahndet wurden, 2015 waren es noch 17 374 und 2014 gerade einmal 1166. Dennoch sei es noch immer nicht möglich, sich problemfrei auf Geh- und Radwegen zu bewegen. Die Stadt müsse stärker kontrollieren, sagt Sohn, bei Verkehrsbehinderungen müsse abgeschleppt werden.

Nachgeholfen werden könne auch durch gezielte Markierungen, regten die Mitglieder des Fahrradforums an. Doch Heiko Tiburtius, Leiter des Amts für Verkehrsanlagen, möchte einen anderen Kurs einschlagen: „Wir können nicht alles abpollern und markieren. Wie wäre es, wenn Sie stattdessen in der Bürgerschaft aktiv werden und mehr Personal für den KOD fordern“, fragt er Forumsspitze Sohn. Man müsse das Gefühl wecken, dass jederzeit jemand um die Ecke kommen würde, wenn ein Fahrzeug ordnungswidrig abgestellt wird, so Tiburtius.

Den KOD gibt es seit 2013. Derzeit sind 44 Mitarbeiter beschäftigt, davon sieben Saisonkräfte, die an den Wochenenden von Mai bis September zusätzlich in Warnemünde/Hohe Düne kontrollieren. 37 Mitarbeiter sind für Falschparker zuständig, davon 20 nur für Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr, heißt es aus dem Amt. Zwar seien zwei weitere Stellen im Haushaltsplan für 2017 genehmigt, eine Aufstockung des Personals aber auch eine Kostenfrage.

Dass sich die Bürgerschaft das Thema auf den Tisch holt, hält Sohn zwar nicht für ausgeschlossen, will aber zunächst mit dem KOD-Chef klären, ob eine verstärkte Kontrolle an kritischen Brennpunkten möglich sei. Die benennt Andreas Bechmann nach Angaben des Stadtamts bereits. Strategische Schwerpunkte, wie Feuerwehrzufahrten, Schul- und Rettungswege oder Behindertenparkplätze, würden verstärkt ins Auge gefasst werden sollen – eine hundertprozentige Kontrolldichte werde es jedoch nicht geben können, heißt es aus dem Rathaus. Generell könne sich aber jeder jederzeit per Telefon oder schriftlich an den KOD oder die Polizei wenden.

Kommentar "Eine sinnvolle Investition" von Katrin Zimmer

Den Falschparkern an den Kragen zu wollen, ist aus Sicht der Radfahrer und Fußgänger verständlich. Klar ist es ärgerlich, wenn die Wege scheinbar rücksichtslos zugeparkt werden und ein Durchkommen unmöglich wird. Allerdings müssen die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer in gewissem Maße auch die Autofahrer verstehen, denn wo sollen die mit ihren Wagen hin, wenn es wegen der immer stärkeren Verdichtung der Innenstadt kaum noch freie Lücken gibt? Die wiederum werden auch nicht geschaffen, wenn die Stadt mehr Mitarbeiter für den Ordnungsdienst einstellt und Knöllchen verteilt. Nicht dass ich den potenziellen Angestellten die Arbeitsplätze nicht gönnen würden, aber des Rätsels Lösung liegt doch eher darin, mehr Parkplätze zu schaffen.

Bei Verstößen Anzeige per Anruf beim KOD: 0381/381 32 25 oder per Fax -3287 mittels Formular unter www.rathaus.rostock.de

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