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Mieterverein Rostock : „Es fehlt bezahlbarer Wohnraum“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mieterverein spricht bei Mitgliederversammlung Probleme an und kritisiert Sanierung des städtischen Haushalts über Wiro-Gewinne #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Hinsichtlich der Mitgliederzahl von 5000 sei der Mieterverein Rostock relativ stabil geblieben, betonte Geschäftsführer Kai-Uwe Glause bei der gestrigen Mitgliederversammlung im Technologiezentrum Warnemünde. Stabil seien auch die Themen, die die Mitglieder zum Rostocker Mieterverein führen. „Es geht sehr oft um die Betriebskostenabrechnungen sowie Kündigungen von Wohnungen – auch wegen Eigenbedarf“, weiß Glause. Aufgrund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt sei es schwer, in dem engen Zeitfenster neuen Wohnraum zu bekommen. Da ist die Situation in Rostock nicht viel besser als in anderen Ballungszentren. Der Mieterverein-Geschäftsführer rechnet noch mit einem enormen Anstieg des Beratungsbedarfes. Der Grund: „Der Wohnungsmarkt ist proportional sehr angespannt, es gibt nur ein Prozent Leerstand, da ist die Zunahme von Konflikten schon vorprogrammiert.“

Ein großes Problem besteht in Rostock: „Wir brauchen dringend mehr und vor allem bezahlbaren Wohnraum“, sagt Glause. Den zu schaffen, sei in den Augen des Mieterverein-Geschäftsführers Auftrag des städtischen Wohnungsunternehmens Wiro. „Uns bereitet es Sorgen, dass auf dem Rücken der Wiro-Mieter der Haushalt saniert wird“, sagt er und begründet: „Statt mit den Mieteinnahmen die Wohnqualität und Instandsetzung zu betreiben und die Energieeffizienz zu erhöhen, überweise die Wiro jährlich etwa 15 Millionen Euro an die Hansestadt. Glause rechnet vor: „Bei etwa 35 000 Wohnungen entspricht dies einer Gewinnabführung von etwa 430 Euro pro Wohnung.“

Das Problem mit fehlendem sozialen Wohnungsbau kennt auch Lukas Siebenkotte, der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB). „Es ist ein allgemeines Phänomen, dass dieser Bau immer mehr zurückgeht, weil höherpreisige Objekte mehr Rendite für die Investoren bringen.“ Hinzu kommt, dass in wenigen Jahren die Bundesförderung für sozialen Wohnungsbau an die Länderebene delegiert wird. „Wir finden es sehr wichtig, dass das Thema auf Bundesebene angesiedelt bleibt“, so Siebenkotte. Der Deutsche Mieterbund fordert auch eine gesetzliche Nachbesserung der Mietpreisbremse. „Es wäre gut, wenn es gesetzlich festgelegt ist, dass die Mieter die Miethöhe des Vorgängers erfahren müssen, um so die Verhältnismäßigkeit einschätzen zu können.“ Denn bei der aktuellen Wohnungsnot gerade in Großstädten trauen sich viele nicht, etwas zu sagen. Es gleiche einem Lotteriegewinn, den Zuschlag für eine Wohnung zwischen 80 Bewerbern zu erhalten. Dabei haben schon etliche Klagen von Mietern zum Erfolg geführt und gezeigt, dass nicht selten die Mieter den Prozess gewinnen.





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