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Soziales : Erzieher gehen auf die Straße

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sie fordern kleinere Gruppen in Kita, Krippe und Hort, mehr Personal sowie Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 28.Okt.2017 | 15:50 Uhr

Auf einen Erzieher kommen in Rostock im Schnitt 13,2 Kita- beziehungsweise 6,3 Krippenkinder. Das hat die Bertelsmann Stiftung in ihrem Ländermonitor frühkindliche Bildung festgestellt. Wie die Vertreter der Stiftung kritisieren auch die Erzieher selbst diesen Betreuungsschlüssel als viel zu hoch. Deswegen gehen sie am nächsten Sonnabend um 13 Uhr auf die Straße und ziehen vom Hauptbahnhof zum Neuen Markt.

Organisiert wird die Demo mit erwarteten 250 Teilnehmern von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) MV sowie dem Stammtisch für Erzieher und andere Pädagogen. Sie fordern von der Landesregierung, den Betreuungsschlüssel in der Krippe auf drei Kinder pro Erzieher zu halbieren und ihn in der Kita auf acht sowie im Hort auf zwölf Kinder zu senken. Außerdem müsse der Beruf deutlich attraktiver werden, um dem riesigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Schlechte Bezahlung, als Ehrenamt getarnte Überstunden – zum Beispiel fürs Handtücherwaschen –, nicht eingerechnete Vor- und Nachbereitung, Lärmbelastung und hoher Krankenstand seien zu häufig Regel statt Ausnahme, erklärt Andreas Kerpf* vom Stammtisch. „Im Schnitt gibt es in MV ein Drittel tarifliche Bindung“, sagt der Erzieher. Insbesondere kirchlich geprägte Träger wie Diakonie oder Caritas würden sich an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst halten. Auch „beim DRK haben wir uns das als Arbeitnehmer erkämpft“, sagt Kerpf. Bis 2021 sollen die Verträge dort schrittweise angepasst werden. Innerhalb dieser Auseinandersetzung hatte sich der Stammtisch gegründet.

Mit der nächsten Demo wollen die Teilnehmer Druck auf die anderen Träger, vor allem aber auf die Landesregierung, ausüben. Denn die eigentliche Verantwortung liege in Schwerin, so Kerpf. Die Träger würden sich beim Betreuungsschlüssel und der Bezahlung meist nur an die Vorgaben halten. „Sie können nicht das verändern, was in der Politik geändert werden muss“, so Kerpf.

*Name geändert

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