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Rostock : Erster B-Plan für Biestow vor dem Start

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Knoblauchkröte könnte Baufläche verringern #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 13.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Auftakt für Groß Biestow: Mit einem Bebauungsplan will die Verwaltung die Voraussetzungen für ein erstes kleineres Wohngebiet zwischen Nobel- und Groß Stover Straße sowie Sildemower Weg schaffen. Dort sollen vor allem Einfamilienhäuser und punktuell Geschossbauten entstehen. Geht es nach dem Ortsbeirat, der Initiative Vision Rostock, der Bürgerinitiative Flächennutzungsplan 2005-2009 und dem Verein Leben in Biestow schrumpft das Plangebiet allerdings um mindestens rund 2,5 auf dann noch 16 Hektar. Grund ist das geschützte Biotop Hoppenhofsoll als eines der bedeutendsten Laichgewässer der Knoblauchkröte.

Sie war schon 1999 bei den Untersuchungen für den B-Plan Dorflage Biestow gefunden und als besonders schützenswert eingestuft worden. Genau wie die ebenfalls dort vorkommenden Teichmolche, Erdkröten und Teichfrösche steht sie noch immer auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Daher hatten die Umweltexperten damals eine 400 Meter Schutzzone rund um den Hoppenhofsoll empfohlen. Die wollen auch die aktuellen Ortsbeiratsmitglieder eingehalten sehen – das von der Verwaltung vorgelegte Plangebiet hingegen rückt bis auf wenige Meter an das Biotop heran. „Der Ortsbeirat legt großen Wert auf den Schutz des Hoppenhofsolls“, sagt Vorsitzender Franz Laube (SPD).

Im Gegensatz zur Verwaltung will das Gremium eine Überplanung von Teilen des alten B-Plans Dorflage Biestow mit lockerer Bebauung gänzlich ausschließen. Außerdem fordern die Mitglieder in Übereinstimmung mit dem Verein Leben in Biestow Reserveflächen für soziale Strukturen, Spiel, Sport und Freizeit freizuhalten. „Die Einrichtung einer Kita ist auch eine Empfehlung des Gestaltungsbeirats“, erklärt Klaus-Peter Müller vom Verein, dessen Ziel zudem der Schutz der Dorflage ist. „Uns geht es darum, die Grenzen zu achten“, sagt Müller. Außerdem fordern die Mitglieder von vornherein eine schlüssige Lösung der Anbindung. „Wir sehen dieses Baugebiet als Beginn von Groß Biestow, vor allem in der Verkehrsplanung“, so Prof. Hubert Bahl von der Initiative Vision Rostock, die für eine Verlegung der Erschließungsstraße vom Abzweiger der L 132 Richtung Sildemow zum Abzweiger nach Papendorf plädiert.

„Es gibt formal noch keinen Entwurf“, sagt Ralph Müller, Chef des Stadtplanungsamts. Genau den soll die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 1. Februar in Auftrag geben. Das Areal selbst ist bereits im Flächennutzungsplan von 2006 als Wohngebiet vorgesehen.

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