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#wirkoennenrichtig : Erst gruseln, dann auftanken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

NNN-Serie Stadtansichten: Was zeige ich meinen Gästen?

Während der sportbegeisterte Teil meiner Jahresend-Gäste sich das letzte Heimspiel der Piranhas gegen die Leipziger Icefighters im Eisstadion anschauen wollte, folgte ich mit der Enkelin und weiteren 71 Interessenten Gerd Hosch von der Geschichtswerkstatt auf seiner 234. Gruseltour. Zum Ende des alten Jahres wollte ich noch unbedingt erfahren, was es denn nun auf sich hat mit dem Strumpfbandmord, dem Kreuzstein auf dem Neuen Markt, dem Mord aus Geiz und dem Rächer seiner Ehre.

Gerd Hosch kennt sich aus und berichtet von Untaten aus vergangenen Jahrhunderten, die sich auch heute noch zugetragen haben könnten. Schwarze Seelen und menschliche Abgründe wird es vermutlich immer geben. Bei unserem thematischen Stadtspaziergang unter dem Titel „Rostocker Kriminalfälle und Gruselgeschichten“ ging es um Mord und Totschlag, um Rache und Niedertracht, um Geiz und Missbrauch. Unser Erzähler führte uns dabei 90 Minuten lang in abendlicher Dunkelheit vom Kröpeliner Tor über Jakobikirchplatz und Ziegenmarkt zum Neuen Markt, dann zur Fischbank und durch die Diebsstraße bis zum Alten Markt. Wer mehr über die kriminellen Aktivitäten unserer Vorfahren wissen möchte, sollte sich Gerd Hosch und seinen Mitstreitern einfach anschließen. In 17 thematischen Stadtrundgängen geben die etwa 20 Mitglieder ihr Wissen an interessierte Touristen sowie an Rostocker und ihre Gäste weiter und erzählen Wissenswertes, Heiteres und Seltsames über unsere Stadt und ihre lange Geschichte. Nach den 90 Minuten sind die Zuhörer allemal klüger als zuvor und haben Körper und Geist erfrischt.

Das neue Jahr begann mit langen Spaziergängen an der Ostsee und der Warnow. Es ist erstaunlich, mit welchem Strand- und Seehunger unsere abtrünnigen Familienmitglieder immer wieder nach Rostock kommen. Ob Regen oder Sturm, ob Sonne oder Dunkelheit – es gibt für sie weder schlechtes Wetter noch falsche Tageszeiten. Hier tanken sie auf, inhalieren die Seeluft, lassen den Blick über Strand und Wellen schweifen und machen die schönsten Fotos von eigentlich belanglosen Alltäglichkeiten, die sie mit nach Hause nehmen. Und das Warnemünder Turmleuchten? „Wollt ihr nicht dieses Jahr mal hin?“ Allgemeines Kopfschütteln. Keine Menschenansammlungen, kein Trubel – das haben wir bald wieder zu Hause. Einen Gang runterschalten, sich besinnen und die Lebensfahrt entschleunigen – und wenn es nur für einpaar Tage ist – so schafft man auch den Rest des Jahres.

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