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Kleingärten : Ernte fällt dieses Jahr ins Wasser

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der viele Regen flutet zahlreiche Gärten in der Kritzmower Anlage Wilsener Weg. Entwässerungsgraben muss ausgebaggert werden #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2017 | 16:00 Uhr

In diesem Jahr wird es für viele Kleingärtner aus der Anlage im Wilsener Weg keine Ernte geben. Kartoffeln, Kohlrabi, Erdbeeren – alles liegt verfault auf dem Boden. Ursache ist das Grundwasser. „Wenn es stärker und länger regnet, dann sind die Wege nass und das Wasser steht in den Gärten“, beschreibt Jürgen Hillmann das Problem. Und in diesem verregneten Sommer mache es sich besonders bemerkbar, weiß der Vorsitzende der Kleingartenanlage Wilsener Weg. „Das erste Mal trat das Problem beim Regenhochwasser 2011 auf“, erinnert er sich. Vor zwei Jahren dann wurde in der Anlage der Entwässerungsgraben, durch den auch das überflüssige Nass vom Wohngebiet abfließt, erneuert und vergrößert. „Aber der Graben, der in der Zuständigkeit der Unteren Wasserbehörde liegt, müsste regelmäßig freigegraben werden, damit das Wasser abfließen kann“, so Hillmann. Allerdings wurden die Arbeiten auf September verschoben. „Die Zuleitung zum Entwässerungsgraben fließt schon nicht mehr rein, weil das Wasser im Graben steht. Sand, der von der Straße angespült wird, lässt ihn versanden und Pflanzen wachsen in dem Kanal“, so Hillmann.

Versuche, das Grundwasser irgendwie selbst zu bändigen, haben die Mitglieder der Kleingartenanlage auch schon unternommen. „Wir haben sogar eine eigene Drainage gelegt“, sagt der 60-Jährige. Auch der Hauptweg wurde auf etwa 220 Meter in Eigenleistung neu aufgeschüttet. „Das hat etwa 9000 Euro gekostet“, sagt Hansi Urbanski, Schatzmeisterin des Vereins. „Den Weg haben wir für die Feuerwehr oder Rettungswagen neu gemacht, wenn die mal mit ihren schweren Autos hier rein müssen“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Aber gegen die Wassermassen, die in den vergangenen Tagen und Wochen vom Himmel herunter gekommen sind, haben auch diese Maßnahmen nichts geholfen. „Wir standen jetzt bis zum Knöchel im Wasser“, erinnert sich Urbanski, die ihre Parzelle seit 2004 mit ihrem Mann und Hund Ben bewirtschaftet. „Ich musste alles rausnehmen. Auch die Zwiebeln werden nix“, sagt sie. Deswegen haben sie und ihr Mann jetzt alles entfernt. „Selbst die Äpfel fallen von den Bäumen“, weiß Jürgen Hillmann aus eigener Erfahrung. In seinem Garten stehen nur noch die Reste der Kartoffelpflanzen, die Kohlrabis sind geplatzt. „Und die Schnecken machen jetzt den Rest“, sagt er. „Wegen des Problems mit dem hohen Grundwasserspiegel haben wir sogar die ein Drittel-Regel aufgehoben in unserer Anlage“, erklärt er. Er und die anderen Mitglieder hoffen jetzt auf einen schönen Herbst und dass der Wind die Feuchtigkeit aus dem Boden vertreibt.

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