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#wirkoennenrichtig heimat : Erinnerungen an das Lagertor

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ein Teil der Stadtmauer wurde nach einem Brand wieder aufgebaut und am Ende doch abgerissen

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 15:00 Uhr

608Im 608. Jahr des 2. Jahrtausends (am 8. Januar 1608) brannte das Rostocker Lagertor ab. Am nördlichen Ende der Lagerstraße stand dieses Lagertor, das 1327 zum ersten Mal erwähnt wurde. Es war ursprünglich eines der in Urkunden verzeichneten 12 Strandtore innerhalb der Stadtmauer, die der Stadt wasserseitig Schutz boten. Allerdings waren einige Strandtore nur größere Mauerpforten wie das Heringstor, Badstübertor und das Koßfeldertor. Andere wurden im 15. Jahrhundert zu Torhäusern mit Staffelgiebel erweitert wie das Burgwalltor, Mönchentor, Wokrentertor und nur einige wenige Strandtore wie das Fischertor, Grapengießertor wurden in hoher Turmform gebaut, je nach zweckdienlichen Erfordernissen der Stadt. Als einziges Strandtor ist heute nur noch das Mönchentor erhalten.

Aber nicht nur der Schutz vor feindlichen Übergriffen war die Aufgabe des Lagertors, sondern durch seine Kaufmannsbrücke zu dem Schiffsanlegeplatz wurden vermutlich die ankommenden wertvollen Handelsgüterwaren vorübergehend im Tor eingelagert. Am nächsten Tag schafften dann die Trägen die Waren über die Lagerstraße zu den Kaufmannshäusern. Die Lagerstraße wurde erstmals namentlich 1277 genannt, unter anderem vermachte dort ein Ratsherr Luttbert einen erheblichen Teil seines Vermögens an das Kloster Doberan.

Zurück zum Brand. Beim Feuer mussten die Bürger tatenlos der Verwüstung zusehen, weil starker Frost herrschte, die Warnow als einzige Wasserquelle zugefroren und kein Brunnen in der Nähe vorhanden war. Öffentliche Brunnen gab es meist nur an zentralen Stellen und Plätzen. Bereits im Bildwerk von Vicke Schorler von 1578-86 sind solche Wasserentnahmestellen Am Schilde und an der Kreuzung Große Mönchenstraße-Trägerstraße eingezeichnet.

Nachdem das Lagertor abgebrannt war, wurde das Gebäude in unveränderter Gestalt wieder aufgebaut. 1870 wurde es auf „Abriss verkauft“ und im selben Jahr abgebrochen.

Nach der Rostocker Feuer-Ordnung von 1678 hatten die Wasserherren auch für ungehinderte Arbeit der Löschkräfte bei einem Brandeinsatz zu sorgen und die „Gaffer“ zu verjagen, dass „kein Unbekennter, sonst verdächtiges, unnnöthiges und müßiges Gesinde, sonderlich das Weibs-Volk und Jungen, so keine Wassereimer haben, zum Feuer gelassen werden; damit diejenigen, so löschens- und arbeitshalber da sind, nicht gehindert werden“.

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