Rostock : Droht jetzt die Rückgabewelle?

Nach den Weihnachtsfeiertagen stellen viele fest, dass der neue tierische Mitbewohner eben nicht nur niedlich ist, sondern auch Ansprüche hat, und geben ihn deshalb überfordert ins Tierheim.
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Nach den Weihnachtsfeiertagen stellen viele fest, dass der neue tierische Mitbewohner eben nicht nur niedlich ist, sondern auch Ansprüche hat, und geben ihn deshalb überfordert ins Tierheim.

Vierbeiner unterm Weihnachtsbaum: Im Tierheim Schlage sind alle Plätze für Katzen und Hunde voll #wirkoennenrichtig

svz.de von
04. Januar 2018, 08:00 Uhr

Weihnachten ist vorbei, die Geschenke ausgepackt und langsam hält der Alltag wieder Einzug. Oft ist dies auch die Zeit, in der der sehnlichst gewünschte tierische Familienzuwachs wieder im Tierheim abgegeben wird, weil er eben nicht nur niedlich aussieht, sondern auch Ansprüche hat. Solch einen Fall haben die Mitarbeiter des Tierheims in Schlage jetzt nach dem Fest zum Glück noch nicht gehabt, sagt die stellvertretende Leiterin Regina Groß. Ob es dabei aber bleiben wird, sei noch nicht abzusehen. „Das wird wohl erst der fortgeschrittene Januar und Februar bringen. Denn die Urlaubszeit und Ferien sind die Hochzeiten“, so Groß.

Tendenziell sei aber zu merken, dass die Leute nicht mehr so unbedacht und spontan Tiere zum Fest verschenken. „Dennoch gibt es immer noch ein, zwei Fälle, in denen sich die Leute verquatschen und ein Tier zum 24. Dezember oder für andere haben wollen“, erzählt die stellvertretende Tierheimleiterin. Dann versuchen sie und ihr Team, die Interessenten von ihrem Plan abzubringen. Um dem Ganzen schon im Vorfeld entgegenzuwirken, hat das Schlager Tierheim ein Vermittlungsstopp vom 21. Dezember bis zum 2. Januar eingelegt. „Jetzt nach Weihnachten, so um den 27./28. Dezember, ist nur eine Katze hier bei uns neu aufgetaucht. Da wissen wir aber nicht, ob sie ausgesetzt wurde“, berichtet Groß. Denn ein Tier anonym auszusetzen, sei heutzutage auch nicht mehr so einfach. „Die Katzen sind gechipt und Hunde müssen angemeldet sein“, weiß Regina Groß. Daher sei der Besitzer mittlerweile einfacher zu ermitteln.

Dennoch: Viele Plätze im Tierheim sind belegt. „Über Weihnachten sind wir immer voll“, erklärt Groß. Sie habe das Gefühl, dass viele zu Weihnachten gestresst und überfordert sind mit ihrem Tier. „Sie haben Angst, dass nach Weihnachten kein Platz mehr für ihre Katze oder ihren Hund im Tierheim ist“, berichtet Groß. Und deshalb würden manche ihre tierischen Gefährten schon vor dem Fest in die Obhut des Heimes geben. Einige Tiere, die dieses Schicksal ereilt hat, warten jetzt auch in Schlage auf ein neues Zuhause. „Und das sind nicht nur Tiere hier aus der Region, sondern welche aus ganz MV“, verrät Groß.

Aktuell kümmern sich die Mitarbeiter des Tierheimes in Schlage um rund 45 Hunde und etwa 80 zur Vermittlung bestimmte Stubentiger. Hinzu kommen noch einmal etwa 50 Katzen, die draußen auf dem Hof leben. „Wir haben jetzt auch einen Wurf Welpen. Daher haben wir bei den warmen Plätzen nur noch vereinzelt ein paar frei, bei den Katzen sind wir voll“, berichtet die stellvertretende Tierheimleiterin. Denn im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter noch bis in den November hinein vor allem junge Tiere aufnehmen müssen, Katzen, die erst im September geboren wurden. „Wir arbeiten jetzt daran, die älteren zu vermitteln“, gibt sich Regina Groß optimistisch.

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