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Streit in Griebnitz : Dorf um Sicherheit besorgt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Griebnitzer wollen Tempo 30. Autofahrer nutzen Straße statt einer Umleitung als Ausweichweg #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 05.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Seitdem die Prisannewitzer Straße in Kavelstorf wegen Bauarbeiten gesperrt ist, müssen die Bewohner des kleinen Dorfes Griebnitz besonders vorsichtig sein, wenn sie ihr Grundstück verlassen. Der Grund: „Die ausgeschilderte Umleitung über Groß Potrems und Scharstorf wird von vielen Anwohnern nicht genutzt. Stattdessen fahren sie bei uns durch den Ort, zu Stoßzeiten etwa alle fünf Minuten ein Auto. Früher waren es zwei pro Stunde“, sagt Anwohner Martin Marciniak. Das Problem daran: „Die Straße im Ort ist nur einspurig, es gibt keinen Gehweg oder Straßenbeleuchtung und die Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit“, so der 33-Jährige.

Beate Hirsch, die eine Kindertagespflege betreibt, hat sich deshalb schon an die Gemeinde gewandt. „Wir haben Angst um unsere Kinder. Denn wenn die Tagesmutti mit ihnen spazieren geht, werden sie von den Autos nicht gesehen, da die Einrichtung genau an einer 90 Grad Kurve liegt“, so der Familienvater. Zusammen mit den anderen Bewohnern des 40-Seelen-Ortes wollen sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern erwirken. „Wir haben einen entsprechenden Antrag an den Landkreis gestellt. Uns wurde aber keine positive Entscheidung in Aussicht gestellt“, erklärt Bastian Hohensee, Leiter des zuständigen Ordnungsamtes der Gemeinde Dummerstorf. Grund für die Entscheidung des Amtes für Straßenbau und Verkehr beim Landkreis sind die Ergebnisse einer kleinen Verkehrszählung, die in der vergangenen Woche an der Strecke durchgeführt wurde. „Im Zeitraum von rund 30 Minuten haben 15 Fahrzeuge den Zählpunkt passiert“, erklärt Michael Fengler, Pressesprecher des Landkreises. „Bis auf ein Lieferfahrzeug unterschritten alle augenscheinlich 50 Stundenkilometer Fahrtgeschwindigkeit. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer ist nach Auffassung der Verkehrsbehörde derzeit nicht erforderlich.“

Für die Griebnitzer keine befriedigende Entscheidung. „Es ist kein gefahrloses Spazierengehen mehr möglich ohne Gehweg oder Straßenbeleuchtung. Ein Bewohner wurde sogar schon von einem Auto mit dem Seitenspiegel gestreift. Und weil die Straße nur einspurig ist und es nicht genug Haltebuchten gibt, weichen die Autos bei Gegenverkehr auf den Straßenrand aus, der durch die Belastung schon ganz matschig ist“, beschreibt Marciniak die Situation.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt den Bewohnern des Dorfes aber noch. Denn laut Landkreis wird es, „den Hinweisen aus der Region folgend, eine weitere, länger andauernde Verkehrszählung mit Erfassung der gefahrenen Geschwindigkeiten geben, um abschließend darüber entscheiden zu können“, erklärt Fengler.

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