Rostock : Die Suche nach dem weißen Wal

Im Schauspiel „Moby Dick“ geben Till Demuth, Alexander von Säbel und Franziska Hoffmann (v. l.) mehrere Rollen. Nach den Aufführungen im Sommer haucht die Berliner Künstlerin den beiden männlichen Hauptfiguren jetzt im Großen Haus Leben ein.
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Im Schauspiel „Moby Dick“ geben Till Demuth, Alexander von Säbel und Franziska Hoffmann (v. l.) mehrere Rollen. Nach den Aufführungen im Sommer haucht die Berliner Künstlerin den beiden männlichen Hauptfiguren jetzt im Großen Haus Leben ein.

Volkstheater bringt „Moby Dick“ ins Große Haus . Schauspielerin Franziska Hoffmann gibt in Doppelrolle Kapitän Ahab und Seemann Ismael #wirkoennenrichtig

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04. Januar 2018, 12:00 Uhr

Eine Kombination aus fiktivem Abenteuer um einen weißen Wal und dem harten Leben auf See erzählt Herman Melville in seinem 1851 erschienenen Roman „Moby Dick“. Das Familienstück unter Regie von Stephan Thiel hat bereits im Sommer zahlreiche Besucher in die Halle 207 gelockt. Seit gestern ist das musikalische Schauspiel im Großen Haus des Volkstheaters zu sehen. Eine besondere Doppelrolle übernimmt die Berliner Schauspielerin Franziska Hoffmann. Sie gibt den jungen Ismael, der die Welt erkunden will, und auch den strengen Kapitän Ahab, der sich an dem Pottwal rächen will.

„So eine Doppelrolle ist immer eine Frage der Fitness und Konzentration, ich stehe fast 90 Minuten auf der Bühne, ohne zwischendurch abzugehen“, sagt Hoffmann. So dürfe sie zwei bis drei Stunden vor der Vorstellung nichts essen, um fit zu sein. Generell sei sie es gewohnt, mehrere Rollen zu spielen, beispielsweise im Figurentheater für Kinder: „Die fragen oft, wie man zu zweit sieben Rollen spielen kann. Aber das ist ja das Besondere am Theater, dass man mit wenig viel machen kann“, so die Berlinerin.

Im Stück „Moby Dick“ spielt Hoffmann die männlichen Protagonisten Ismael und Kapitän Ahab, die unterschiedlicher fast nicht sein könnten. „Man muss weich im Körper sein, um zwischen dem Jungen zum Älteren zu switchen“, sagt die Schauspielerin. So werde sie je nach Szene mit Kapitänsmantel und Zylinder gekleidet – in offenen Umzügen, die den Zuschauern nicht verborgen bleiben. „Es ist eine Vereinbarung, die mit dem Publikum getroffen wird, die das Spiel aber nicht beeinträchtigt“, erklärt die schlanke Brünette.

Insgesamt liege ihr die Rolle des jungen Ismael mehr, da dessen Alter näher an ihrem eigenen liege. „Aber es ist sehr reizvoll, den alten Kapitän zu spielen, der so kaputt ist und zerfressen von der Jagd nach dem Wal“, sagt Hoffmann. Um sich auf das Spiel vorzubereiten, habe sie versucht, den Roman von Melville zu lesen, ihn aber nicht ganz geschafft. „Es ist ein ziemlich dickes Buch und schwer zu lesen“, gesteht die Berlinerin. Stattdessen habe sie mehrere Filmversionen gesehen und Dokumentarfilme über Wale, Walfang und die Seefahrt. „Außerdem habe ich das Tagebuch von Owen Chase gelesen, in dem er beschreibt, wie ein Schiff von einem Wal gerammt wird und dann untergeht – es gilt als Vorlage für ,Moby Dick‘ von Melville“, so die Schauspielerin.

Nachdem das Familienstück für Kinder ab acht Jahren im Sommer in der Halle 207 gelaufen ist, steht Hoffmann jetzt mit Till Demuth, Alexander von Säbel sowie den Musikern Christian Kuzio, Enrique Marcano-González und Hannes Richter auf der Bühne im Großen Haus. Dort wird es anders sein, sagt sie, denn: „Der Raum bestimmt die Atmosphäre.“

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