#wirkoennenrichtig : Die Route der blauen Luftballons

Fröhlich: Reinhard Haase mit Maria Küßner, die aus Güstrow zur Kunstnacht angereist war.
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Fröhlich: Reinhard Haase mit Maria Küßner, die aus Güstrow zur Kunstnacht angereist war.

NNN-Serie Stadtansichten: Was zeige ich meinen Gästen?

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31. Mai 2017, 16:00 Uhr

Die 17. Kunstnacht und gleichzeitig die Eröffnung des 11. Kunstmarktes in der Nikolaikirche – die Östliche Altstadt lud am vergangenen Freitag zu einer ganz besonderen Doppelveranstaltung ein. Wer die Wahl, hat die Qual. Etwa 50 Einrichtungen luden zum Verweilen ein: Künstler und Gewerbetreibende hatten die Türen ihrer Einrichtungen weit geöffnet, Gastronomen ihre Außenreviere eingedeckt, überall gab es Kunst zu entdecken, Musik live zu hören. Mein erster Besuch galt der Blaudruckwerkstatt von Christine und Reinhard Haase, Bei der Petrikirche 7, vor der die wegweisenden blauen Luftballons wehten. Nach der herzlichen Begrüßung mit einem Gläschen Chardonnay erklärte der Kunsthandwerker die Arbeitsgänge, die ein Blaudrucker beherrschen muss, präsentierte Tücher, Decken und Kleider mit traditionellen Mustern, aber auch eigene Entwürfe, zeigte die blauen Keramiken seiner Frau, begann fröhlich zu philosophieren über Liebe und Ehe, religiöse und humanistische Werte, verabschiedete mit einer Umarmung ein Gästepaar, füllte die Mini-Weingläser für neue Besucher… Es fiel fast schwer, das Atelier zu verlassen, aber die Route der blauen Ballons war noch lang. Unbedingt wollte ich zu einer Stippvisite in die Textilwerkstatt „Total verstrickt“, Am Wendländer Schilde 10. Annette Sooß hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, fertigt Gestricktes, Gefilztes, bezaubernde Patchworkdecken, filigrane Vorhänge – eben alles, was das Kundenherz begehrt.
Die Abendsonne meinte es besonders gut – alle Plätze im Außenrevier von Julius Krahnstövers Likörfabrik waren besetzt. Gegenüber, im Törtcheneck Schwesterherz, gab es neben Kaffee und leckeren Cupcakes auch Porträtzeichnungen von Jana Maaß zu sehen. Vis-à-vis wurden gerade die blauen Ballons befestigt, denn auch italienische Möbel und Kunstexponate passen gut zueinander. Ein fröhliches „Hoppe, hoppe Reiter“-Lied und die blauen Ballons machten mich neugierig auf ein Souterrain-Geschäft, das ich bislang nicht gekannt hatte. Statt chinesischer Gesundheitsprodukte ging es in diesen Abendstunden um Kalligrafie, Tuschezeichnungen und chinesisches Teegeschirr. Dass nebenbei die kleine Enkelin bespaßt wurde, machte den Inhaber nur sympathischer.

Wollte ich nicht eigentlich zum Kunstmarkt? Die Abendsonne schickte ihre letzten Strahlen in die Kulturkirche und machte den Bummel entlang der Stände noch schöner. Fensterbilder – bezaubernd schön die Farben und Motive. Keramikfiguren von Kerstin Schnur, Gemälde mit maritimen Motiven, Schmuck, Kleinkunst. Gut, dass ich nur zum Anschauen und Genießen gekommen war. Auf jeden Fall weiß ich, nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Dem Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt kann ich nur gratulieren zu dieser gelungenen Kunstnacht.

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