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Rostock-Laage : Die Magie von Kerosin und Fernweh

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Airport hautnah für Leser: Sie dürfen einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Flughafens Laage werfen. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Die Uhr zeigt 11, als die Schlange vor dem Check-In-Schalter zusehends wächst. Immer wieder tragen Männer und Frauen große Koffer in die Eingangshalle, zielsicher auf Schalter zu, an denen Bordkarten verteilt werden. Etwas abseits stehen vier Frauen. Gepäck haben sie nicht dabei, vom geschäftigen Treiben der Reisenden lassen sie sich nicht anstecken. Die vier werden den Flugplatz Rostock-Laage heute auf besondere Weise kennenlernen. Bei den NNN haben sie einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Airports gewonnen.

Flughafen-Mitarbeiterin Petra Proba begrüßt die Frauen, verteilt leuchtend gelbe Sicherheitswesten und erläutert knapp die Marschroute. Erster Anlaufspunkt ist die Sicherheitskontrolle. „Hier gehen nur das Personal und besondere Gäste, wie Sie heute, durch die Kontrolle.“ In dem kleinen Raum wartet eine Mitarbeiterin hinter einem Laufband. Die Sicherheitsangestellte fordert die NNN-Leserinnen auf, ihre Taschen und Jacken in eine graue Plastikkiste zu legen. Mit leeren Hosentaschen gehen die Besucherinnen durch einen Körperscanner, allen voran die Rostockerin Gudrun Kaben. Sie geht geradewegs durch den Scanner – kein Signalton. Doch ihre Habseligkeiten müssen noch den prüfenden Blicken des Sicherheitspersonals standhalten. „Kann ich auch mal auf den Monitor schauen“, fragt sie. Der Mann lächelt. „Natürlich können Sie ihre eigenen Sachen begutachten, kommen sie ruhig her.“

Hinter der Kontrolle geht es durch einen langen Flur in einen großen Raum mit Fenstern, die eine direkte Sicht auf die Start- und Landebahn ermöglichen. Eine dicke Wolkendecke hängt an diesem Tag über Laage. An einem langen, breiten Tresen steht Jörg Westphal. Er ist Verkehrsleiter und erklärt, dass von hier aus der Flugverkehr koordiniert und geplant wird. Alle wichtigen Daten über Wetter, Flugpläne und vieles mehr werden verarbeitet und weitergeleitet. Ein Pilot eilt herein und greift sich eine Mappe mit Papieren.

„Los, los, einsteigen und anschnallen. Gleich landet die Maschine!“ Für die Flugplatz-Besucher geht es jetzt ins Freie. Ihre Taschen fest umklammert, steigen die Frauen in einen Transporter, der vor der Tür schon mit laufendem Motor wartet. Der Fahrer trommelt mit den Fingern auf dem Lenkrad, jetzt muss es schnell gehen. Mit Tempo steuert er auf die Landebahn, auf die der Airbus 319 aus der Türkei schon Kurs genommen hat. Nachdem die Maschine mit einem dumpfen Stoß auf den Boden aufgesetzt hat, zischen die Bremsen. Das Rauschen der Turbinen wird immer lauter, als sich das Follow-me-Car vor den Flieger setzt.

Die Frauen drehen die Köpfe, zücken die Kameras und reden durcheinander. „Ist das aufregend, sowas erlebt man nicht alle Tage“, sagt Heike Glasnapp aus Groß Grabow. Der Airbus wird am Flughafengebäude geparkt, gleich sausen mehrere Servicefahrzeuge heran. Die vier NNN-Leserinnen müssen den Kopf in den Nacken legen, um die gewaltige Schnauze des Flugzeugs betrachten zu können. „Jetzt haben die Servicemittarbeiter nur wenig Zeit, um alles wieder startklar zu machen. Denn der Flieger wird in knapp einer Stunde erneut abheben und Reisende nach Antalya bringen“, erklärt Airport-Mitarbeiterin Petra Proba.

Die Abläufe greifen reibungslos ineinander. Kaum sind die Koffer aus der Maschine zu den Förderbändern geschafft, die sie in die Halle zu ihren Besitzern bringen, rollt ein Wagen mit dem Gepäck für den nächsten Flug heran. Die Hände tief in die Jackentaschen geschoben, treten die NNN-Leserinnen von einem Fuß auf den anderen, als sie das bunte Treiben beobachten. Während auf dem Platz vor dem Terminal ein frischer Wind über den Asphalt fegt, geht es für die Reisenden nun bald in die Wärme. Ein Pushback-Car schiebt den Flieger in Position. Dabei darf Gudrun Kaben auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Mit der Handykamera hält die Rostockerin den Moment fest. „Einfach nur toll. Wir sind fast unter dem riesigen Flieger gefahren“, berichtet sie später, während der Airbus 319 mit der Startnummer 6012 Richtung Startbahn rollt, dann richtig Gas gibt und abhebt.

„Ein perfekter Rentnertag“, witzeln die Rostockerinnen Ingelore Christ und Gudrun Kaben, als sie sich später bei Kaffee und Bockwurst im Terrassencafé aufwärmen. Auf dem Handy lassen sie noch einmal die Bilder des Tages Revue passieren.

Flughafen Rostock-Laage: Zahlen und Fakten

Unternehmen: Die Flughafen GmbH wurde im Jahr 1993 gegründet.

Gesellschafter: 54,1 Prozent Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH, 35,6 Prozent Landkreis Rostock, 10,3 Prozent Stadt Laage

Fluggäste-Entwicklung: 2014: 169 945, 2015: 190 869, 2016: 250 199

Mitarbeiter: 74 Festangestellte, 88 geringfügig Beschäftigte und 5 Auszubildende
Ausstattung: Das Frachtterminal ist 3200 Quadratmeter groß. Es gibt zehn Lkw-Docks. Check-In-Counter sind acht vorhanden. Mietwagen werden von Avis, Sixt, Hertz und Europcar angeboten. Vorhanden sind ebenso Airportshop, Bar, Duty Free und Terrassencafé

 

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