Stadtteil-Dinner in Rostock : Die KTV tischt wieder auf

Chicken Tikka Masala ist kein Problem mehr für Lisa Dunzik und Anne Pflug. Mit den Jahren als Dinner-Organisatorinnen haben sie als aktive Teilnehmerinnen auch die eigenen Kochkünste verfeinert.
Chicken Tikka Masala ist kein Problem mehr für Lisa Dunzik und Anne Pflug. Mit den Jahren als Dinner-Organisatorinnen haben sie als aktive Teilnehmerinnen auch die eigenen Kochkünste verfeinert.

Stadtteil-Dinner bietet am 10. Juni die Möglichkeit, Nachbarn kennenzulernen. 24 Teams angemeldet #wirkoennenrichtig

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24. Mai 2017, 20:30 Uhr

Am 10. Juni bittet die KTV an den Herd, genauer Anne Pflug und Lisa Dunzik. Sie organisieren gerade das 6. KTV-Dinner. Zweier-Kochteams finden sich dabei zusammen, kochen selbst und werden noch am gleichen Abend Gäste bei ihren Quasi-Nachbarn im Viertel. „Das Kochen ist gar nicht so vordergründig. Es geht darum, neue Leute kennzulernen und einen schönen Abend zu haben“, sagt die 29-jährige Anne Pflug. Sie selbst kocht seit 2014 mit. Sie war nur kurz für ein Praktikum in Rostock und nutzte das Dinner, um das Viertel besser kennenzulernen. Als sie 2015 die Stelle bei Aida antrat, bot sie Lisa Dunzik Hilfe bei der Organisation an. Seitdem haben die beiden diverse KTVler miteinander bekannt gemacht und selbst ordentlich aufgetischt: Salate, Lava-Cakes, Schafskäse in Bacon auf Apfel, Kürbissüppchen mit Süßkartoffeln oder Crème brûlée. Dieses Jahr starten sie erstmals gemeinsam als Koch-Team – mit den gleichen Regeln, die für alle Teilnehmer gelten.

Sie melden sich an, vermerken, was sie vielleicht nicht essen können (wie Milchprodukte) oder keinesfalls wollen (wie Fisch). Eine Woche vorher erfahren sie, welchen Gang (Vor-, Haupt- oder Nachspeise) sie zubereiten und wen sie für die anderen Gänge besuchen. „Es gibt einen Ablaufplan“, sagt Lisa. 17.30 Uhr geht es los. Hat man beispielsweise den Hauptgang, landet man erst an einer Adresse und klingelt, um mit vier Fremden und seinem Teampartner zu essen. Danach geht es zurück in die eigene Wohnung, wo man um 19.30 Uhr wieder vier neuen Leuten das selbst Zubereitete auftischt und sich zu 21 Uhr auf den Weg zu einer neuen Adresse und vier neuen Leuten macht. Die Abschlussveranstaltung steigt im Café Käthe, das neben Pinax, der Druckerei Weidner und der Brauerei das Dinner unterstützt.

„Ich habe schon bei Studenten auf dem Bierkasten gesessen und Nudeln gegessen“, sagt Anne. „Das ist jetzt vielleicht nicht das, was man sich unter einem perfekten Dinner vorstellt, aber es war ein schöner Abend.“ Und darum gehe es letztlich. Viele Teilnehmer sind Studenten, sagt Lisa, aber auch Mit-Fünfziger oder auch schon eine Rentnerin, die ihrem Enkel das Kochen beibringen wollte, waren dabei. „Wir wollen, dass es sich noch mehr mischt“, sagt Lisa. Schlechte Erfahrungen bisher? – Fehlanzeige. Für dieses Jahr haben sich bisher 24 Teams angemeldet – ohne große Werbung. Das KTV-Dinner hat Stammgäste, die werden Schiffsmechaniker Marcel Lüth und Hostel-Leiter Niklas Witt übernehmen. Sie unterstützen Lisa und Anne schon bei der Organisation und übernehmen nächstes Jahr, wenn Lisa zum Referendariat nach Potsdam geht. Zum Kochen will sie wieder herkommen.


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