Drogen-Prozess : Dealer muss in den Knast

Vor dem Landgericht in Rostock wird der Fall behandelt.
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Vor dem Landgericht in Rostock wird der Fall behandelt.

Landgericht Rostock verurteilt Marten S. zu zwei Jahren und neun Monaten Haft sowie hoher Geldzahlung #wirkoennenrichtig

svz.de von
22. Mai 2017, 21:00 Uhr

Das Landgericht Rostock hat am Montag den 30-jährigen Marten S. wegen 22-fachen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Außerdem muss er 51.700 Euro zurückzahlen. Zwölf weitere Fälle wurden wegen Verjährung eingestellt.

Der Rostocker hat spätestens seit 2011 mit Betäubungsmitteln gehandelt, die er seinem früheren Schulkameraden Maximilian Ü. abkaufte und gewinnbringend weiterveräußerte. Dieser baute zunächst Cannabis in Rostock an und betrieb später mit anderen Dealern in Jarchow bei Parchim mehrere Indoorplantagen. In den ersten Jahren erfolgten zweimonatliche Ankäufe von je 100 Gramm, später einigten sich die Partner auf 500 Gramm alle drei Monate. Im März 2016 war es sogar ein Kilo Marihuana. Im Juni des Jahres flog das Geschäft auf.

Ausschlaggebend für das vergleichsweise milde Urteil für Marten S. waren die Aussagen des Hauptzeugen Maximilian Ü. zu der Verkaufsmenge, denen das Gericht nicht folgen wollte. Zugunsten des Angeklagten rechnete das Gericht, dass er ein Geständnis ablegte, nicht vorbestraft ist, acht Monate in Untersuchungshaft verbringen musste und es sich bei Marihuana um so genannte weiche Drogen handelt. Als strafverschärfend nannte der Vorsitzende Richter den langen Zeitraum des Drogenhandels und die kriminelle Energie, mit der Marten S. das Geschäft ausführte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten sowie die Einziehung von Gewinnen durch unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in Höhe von 49 470 Euro gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren plädiert und als möglichen Ausgleich für die Gewinnrückzahlung den Verzicht auf Entschädigung für die verbüßte U-Haft angeboten.

„Ich habe mich hinreißen lassen und wollte meinen Freunden einen Gefallen tun“, sagte Marten S. in seinem letzten Wort. „Ich will nach vorne schauen und mich auf meine Firma konzentrieren.“ Marten S. absolvierte eine Ausbildung zum Immobilienmakler und führt eine Firma in Güstrow, die Wohnraum für Studenten vermittelt.

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