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Sicherheit : Das wird Rostocks neues Löschboot

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Senator will Seenotkreuzer für die Feuerwehr aufrüsten und damit Ersatz für aktuelles Modell schaffen. Kosten: 2,8 Millionen Euro #wirkoennenrichtig

Die Hansestadt will einen Seenotkreuzer von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) kaufen, um ihr bisheriges Feuerlöschboot „FLB 40-3“ zu ersetzen. „Dies wäre funktional wie finanziell eine sehr gute Lösung, um den seeseitigen Brandschutz in unseren Gewässern für die nächsten 20 Jahre technisch abzusichern“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD).

Das aktuelle Feuerlöschboot sei „aufgrund seines Alters und technischen Zustands nur mit hohem Aufwand im Dienst zu halten“, heißt es aus dem Brandschutz- und Rettungsamt. Ein Neubau sei für die Stadt aber finanziell nicht tragbar, sagt Müller. Den Seenotkreuzer könnte sie dieses Jahr für voraussichtlich 400 000 Euro von der DGzRS erwerben und für anvisierte 200 000 Euro die Antriebsanlagen – Dieselmotor, Schiffswendegetriebe, Steuerungs- und Überwachungsanlagen – anschaffen. Mit einem Umbau im nächsten Jahr sollen die Anlagen so erneuert werden, dass sie Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Umweltauflagen für Emissionswerte genügen. Denn der Seenotkreuzer, um den es geht, ist bereits 28 Jahre alt. Es ist die „Vormann Steffens“, die derzeit in Hooksiel in Friesland stationiert ist und Ende des Jahres außer Dienst gestellt werden soll, informiert DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. „Viele unserer Rettungseinheiten haben nach ihrer Zeit bei der DGzRS noch ein ,zweites Leben‘ außerhalb des Seenotrettungsdienstes vor sich, als Arbeitsschiffe unterschiedlichster Art, zum Beispiel Hafenschlepper, Offshore-Versorger, Guard Vessel et cetera“, so der Sprecher.

Eines der besonderen Kennzeichen der Klasse der „Vormann Steffens“ ist deren „beeindruckende Feuerlöschkapazität mit einer Förderleistung von 36 000 Litern Seewasser pro Minute“, so Stipeldey. Das entspreche 240 Badewannen. Weiterer Vorteil für Rostocks Wehr: Der Kreuzer muss nur mit zwei statt bisher fünf Feuerwehrleuten besetzt werden. Das erhöht letztlich Verfügbarkeit und Einsatzfähigkeit des Schiffs.

Am 10. Mai entscheidet die Bürgerschaft, ob sie dem Kauf zustimmt. „Erst dann wird auch der exakte Kaufpreis vertraglich festgelegt“, sagt Stipeldey. Der Neubau eines Seenotrettungskreuzers dieser Leistungsklasse koste die DGzRS rund zehn Millionen Euro. An den 600 000 Euro hängen aber weitere und größere Ausgaben: 2,2 Millionen Euro, die nach europaweiter Ausschreibung im ersten Halbjahr 2018 für den Umbau ausgegeben werden sollen. Zur Hanse Sail 2018 soll die „Vormann Steffens“ in Dienst gestellt werden. Rostock ist derzeit einziger Interessent. „Länger ,an die Kette legen‘ können wir unsere Einheiten für einen bestimmten Interessenten allerdings nicht“, sagt Stipeldey, damit wären Liegeplatzgebühren und Unterhaltskosten verbunden.



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erstellt am 22.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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