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Elektromobilität : „Das ist eine Revolution“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker organisieren ersten Zukunftskongress zur Elektromobilität und wollen Entwicklung vorantreiben #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 18.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ein Foto aus New York im Jahr 1900: Zwischen Pferdekutschen fährt ein einzelnes Auto. Derselbe Ausschnitt ein paar Jahre später: Die Kutschen sind verschwunden. Genauso werden auch Diesel und Benziner Elektrofahrzeugen weichen, sind Thomas Specht und Reimund Lehmann von der Technischen Überwachung Rostock GmbH überzeugt. Um ihre Hansestadt für diese Entwicklung fit zu machen, organisieren sie am 27. September den Zukunftskongress E-Mobilität und Infrastruktur im Technologiezentrum Warnemünde. Er ist für alle Interessenten zugänglich.

„Das ist eine Revolution, die uns überrollt“, sagt Specht. Nun gelte es, die vielen offenen Fragen zu klären. Und die würden weniger die Autos betreffen als vielmehr die Infrastruktur. Wo beispielsweise sollen Bewohner eines Mehrfamilienhauses ihren Strom zapfen? Wie reagiert die Immobilienbranche auf die Herausforderung, Ladesäulen nachzurüsten oder in Neubauten zu integrieren? Und wie können Eigentümergemeinschaften offene Rechtsfragen lösen?

Technisch gebe es kaum noch Hürden, so Specht. Das Berliner Unternehmen Ebee beispielsweise montiert seine Ladesäulen einfach an Lichtmasten. Solche Lösungen wollen Specht und Lehmann bei dem Kongress ebenso präsentieren wie Fördermöglichkeiten oder Erfahrungen aus der deutschen Elektro-Vorreiterstadt Hamburg. Dort wird der gesamte Fuhrpark vom Müllauto bis zum Rettungswagen bald strombetrieben unterwegs sein. Auch in Rostock sei der politische Wille vorhanden, erklärt Specht: „Jetzt gilt es, die entsprechenden Produkte reinzubringen.“

Lärmprobleme könnten damit nicht nur auf MVs meistbefahrener Straße Am Strande bald Geschichte sein. Auch die nächtliche Belieferung von Geschäften rücke dank leiser Motoren in greifbare Nähe. Die Umwälzungen für die Gesellschaft reichen aber noch viel tiefer. So könnten die Kommunen dank ihrer Stromnetze und Stadtwerke das Geschäft der Tankstellenbetreiber übernehmen. Zugleich fallen allerdings Kraftstoff-Steuereinnahmen und Zehntausende Arbeitsplätze in Autoindustrie und Werkstätten weg – ein Elektromotor besteht nur aus rund 210 statt 1400 Teilen und ist deutlich wartungsärmer.

Die Technische Überwachung Rostock arbeitet derzeit an der Ausstattung eines Gehlsdorfer Baugebiets mit 200 Wohnungen sowie von 150 Ferienwohnungen in Wustrow mit Ladeinfrastruktur. Außerdem verhandelt die Firma mit Karls Erlebnis-Dorf über Ladesäulen für Besucher und die Ausstattung der Musterhaus-Siedlungen von Scanhaus Marlow in ganz Deutschland mit Ladeinfrastruktur.

Kontakt: info@tue-nord.de

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