Rostock : Buchmesse soll Plattdeutsch beleben

Ein umfangreiches Programm hat sich Werner Brinckmann für den Bäukerdag im Botanischen Garten überlegt.
Ein umfangreiches Programm hat sich Werner Brinckmann für den Bäukerdag im Botanischen Garten überlegt.

Beim Bäukerdag im Botanischen Garten stellen sich Autoren und Verlage vor. Wort des Jahres wird verkündet #wirkoennenrichtig

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15. Mai 2017, 12:00 Uhr

Platt muss gepflegt werden. Da ist sich Werner Brinckmann sicher. Und darum setzt er sich seit Jahren dafür ein, dass die Menschen im Norden wieder mehr Platt snacken. Um die Lust auf das Niederdeutsche zu wecken und zu steigern, organisiert er nun bereits zum vierten Mal den Plattdütsch-Bäukerdag in’n Botanischen Garten. Der findet am kommenden Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Pflanzenparadies an der Hamburger Straße statt. Unterstützt wird Brinckmann dabei von Prof. Stefan Porembski, Inhaber des Lehrstuhls Botanik, und Dr. Dethardt Götze, Kustos des Botanischen Gartens. „Uns ist es ein Anliegen, dass die Landessprache lebendig gehalten wird, auch in der Wissenschaft“, sagt Brinckmann. Denn, was viele gar nicht wüssten, Plattdütsch sei schließlich auch offizielle Amtssprache in Mecklenburg-Vorpommern. Beim Bäukerdag wird es natürlich vor allem um Bücher gehen. Sechs Autoren stellen in Lesungen ihre Arbeiten vor. Außerdem haben sich zwölf große Verlage angekündigt, die sich auf das Niederdeutsche spezialisiert oder plattdeutsche Lektüre im Programm haben. Vertreten sein werden unter anderem der Rostocker Hinstorff-Verlag, Redieck und Schade, Tennemann-Buchverlag und Edition Pommern.

Ein besonderer Höhepunkt wird die Kür des Plattdeutschen Wortes des Jahres sein. Die findet zum ersten Mal beim Bäukerdag statt und deckt drei Kategorien ab: das schönste plattdeutsche Wort, der beste aktuelle plattdeutsche Ausdruck und das liebste plattdeutsche Sprichwort. Bekannt gegeben wird der Titel in Kooperation mit dem Heimatverband MV. Bislang fand die Vergabe jährlich in Stavenhagen statt. Außerdem wird beim Bäukerdag der Unkel-Bräsig-Preis, benannt nach einer Romanfigur von Fritz Reuter, verliehen. Er ehrt Personen, die sich besonders um das Plattdeutsche verdient gemacht haben.

Plattdeutsch ist als schützenswertes Kulturgut in der Landesverfassung verankert, betont Brinckmann. „Unter den Älteren gibt es viele, die Platt sprechen. Bei den Unter-30-Jährigen ist die Zahl allerdings gering“, bedauert Brinckmann. Mit dem Verein Klönsnack Rostocker 7 engagiert er sich für die Platt-Pflege bei Kindern und Jugendlichen. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Brinckmann. So gebe es Kooperationen mit zwölf Kitas und Schulen.

Das Programm

• 10 Uhr: Begrüßung •  10.30 Uhr: Nuurdwind • 11 Uhr: Hans Peter Hahn • 11.30 Uhr: Behrend Böckmann • 12 Uhr: Verkündung Plattdeutsches Wort • 12.30 Uhr: Verleihung Unkel-Bräsig-Preis • 13 Uhr: Trachtengruppe Warnemünde • 13.30 Uhr: Klaus-Jürgen Schlettwein/Leif Tennemann • 14 Uhr: Wolfgang Kniep • 14.30 Uhr: Wolfgang Mahnke • 15 Uhr: Achim Kleffe mit der Kindergruppe und Johanna Bojarra mit der Warnmünde Kindergruppe • 15.30 Uhr: Wolfgang Sieck • 16 Uhr: Cornelia Jost • 16.30 Uhr: Verein Klönsnack Rostocker 7 • Den ganzen Tag präsentieren sich Verlage mit plattdeutschem Programm.

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