Lärm : Brennpunkte an 46 Straßen

Anwohner der L 22 sind häufig mehr als 65 Dezibel ausgesetzt, wissen Holger Matthäus und Dörte Gerloff dank Messgerät.
Anwohner der L 22 sind häufig mehr als 65 Dezibel ausgesetzt, wissen Holger Matthäus und Dörte Gerloff dank Messgerät.

Auch Schienenverkehr belastet Anwohner enorm. Spaziergänger nehmen sich unterschiedliche Quellen vor. #wirkoennenrichtig

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10. Mai 2017, 08:00 Uhr

Seit 20 Jahren wohnt Helmut Teichmann in der Haedgestraße und damit in unmittelbarer Nachbarschaft von Rostocks Lärmproblemstraße Nummer 1, der L 22. „Morgens und abends ist die Belastung besonders groß“, sagt er. Ein Fenster aufzumachen, sei generell kaum möglich. Seine Beobachtung: „Der Verkehr hat zugenommen“, im gleichen Maße die Lärmbelastung.

Allein im Bereich Straßen führt der Lärmaktionsplan der Stadt 46 Brennpunkte auf. Er wurde 2014 verabschiedet und wird alle fünf Jahre überarbeitet. In der Zwischenzeit kümmern sich vor allem sechs Mitarbeiter des Amtes für Umweltschutz um den Umgang mit Lärmquellen und deren Eindämmung. Zwei von ihnen sind Dörte Gerloff und Rieke Müncheberg, die mit weiteren Kollegen und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) gestern zu einem Spaziergang zwischen Stadthafen und Wallanlagen einluden. Dabei gingen sie näher auf unterschiedliche Quellen wie Freizeit-, Spielplatz-, Sport-, Gewerbe- und Verkehrslärm sowie die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und Gegenmaßnahmen ein.

Neben der L 22 sei beispielsweise auch die Neubrandenburger Straße ein Hauptbrennpunkt, erklärt Müncheberg. Dort habe das Amt in Vorbereitung auf die zeitnah geplante Sanierung eine Woche lang Messungen vorgenommen. Vorgesehen seien unter anderem lärmoptimierte Fahrbahn-Beläge und attraktive Radwege. Getestet wurde der Flüsterasphalt bereits auf einem Teilstück der L 22. „Dadurch haben wir fast vier Dezibel Minderung erreicht – drei Dezibel entsprechen einer gefühlten Halbierung des Verkehrs“, sagt Matthäus. Andere Maßnahmen wie etwa Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen schließt er aus: „Das ist politisch nicht durchsetzbar.“

Im Schienenverkehr bilden der Haupt- und der Warnemünder Bahnhof die Brennpunkte. Im Seebad wird der Kurvenradius für die Züge daher aufgeweitet, um die Emission zu vermindern. Gerade der nächtliche Güterverkehr bleibe aber ein Problem, so Müncheberg.

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