#wirkoennenrichtig lokal : Bierlokal mit urigem Charme

Hat alles im Griff: Marlen Peters arbeitet seit zehn Jahren im Bierlokal. Besonders häufig bestellt wird das „Meter-Trinken“, das sind elf Kölsch in einem Holzbrett platziert. Fotos: Karsten Seifert
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Hat alles im Griff: Marlen Peters arbeitet seit zehn Jahren im Bierlokal. Besonders häufig bestellt wird das „Meter-Trinken“, das sind elf Kölsch in einem Holzbrett platziert. Fotos: Karsten Seifert

Das Kölsch- und Altbierhaus besticht durch seine freundliche Bedienung und ein umfangreiches Getränkeangebot

svz.de von
12. Mai 2017, 15:00 Uhr

Das Logo ist unübersehbar über dem schmalen Holztür-Eingang und zeigt ganz deutlich, was auf der Karte steht: Das Kölsch- und Altbierhaus steht für eine umfangreiche Auswahl an Bieren – und dem für Rostock eher untypischen – Kölsch.

Wer reinkommt, wird sofort vom urigen Charme der Kneipe begrüßt: Eine komplette Einrichtung aus Holz und Blechschilder verschiedener Bier- und Spirituosen-Marken an den Wänden versprühen genau das, was man sich unter einer urigen Kneipe vorstellt. Kneiper Hanning Mordhorst leitet das Bierlokal bereits seit 1995. In der Gastronomie ist er seit 1978 tätig. Die Strandburg in Markgrafenheide oder das alte Mau sind nur einige der Lokalitäten, die der ehemalige Seefahrer in seiner Zeit als Gastronom bewirtschaftete. Den Service im Kölsch- und Altbierhaus übernimmt der gebürtige Rostocker aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Er kümmert sich nur noch um die Beschaffung der Waren und Büroarbeiten. Den Service überlasst er seiner fähigen Angestellten Marlen Peters, die aus der Bierkneipe nicht mehr wegzudenken ist.


Angestellte mit
Leidenschaft


Bereits seit zehn Jahren arbeitet sie im Kölsch- und Altbierhaus und könnte sich eine andere Arbeitsstelle gar nicht mehr vorstellen. Die Geschichte, wie der Kneiper und die Angestellte sich kennenlernten, ist kurios: Damals hatte Marlen Peters einen Termin beim Arbeitsamt, auf der Suche nach neuer Arbeit. Nach dem Gespräch mit der Beraterin des Amtes ging sie aus dem Zimmer, nichts ahnend, dass ihr zukünftiger Chef vor der Tür sitzen würde. „Als ich aus dem Beratungszimmer rausging, sah mich Herr Mordhorst und hatte wohl gleich ein gutes Gefühl. Er ging sofort ins Büro der Beraterin und fragte nach, ob ich verfügbar sei und arbeiten könne“, sagt die 39-Jährige, die das Bierlokal mittlerweile als ihr zweites Zuhause sieht. Der freundliche Umgang mit den Gästen mache ihr besonders viel Freude. Und das wertschätzen auch die Gäste. „Man kommt ins Gespräch, freundet sich an und oft lassen die Gäste dann Postkarten mit freundlichen und lieben Sprüchen da“, erzählt sie, während sie eine dieser Postkarten hervorholt. Diese hängen verteilt an den Wänden des Lokals und erinnern an die bereits geschlossenen Freundschaften. Damit sich wirklich alle Gäste wohlfühlen, ist die Kneipe in einen separaten Raucher- und einen Nichtraucherbereich unterteilt, welche durch massive Holztüren voneinander getrennt ist. Im Raucherbereich ist ein besonderer Hingucker zu finden, wenn man nur nach oben schaut: Statt einer gewöhnlichen Decke sind dort mehrere Holztüren angebracht. „Diese Tür an der Decke und die gesamte urige Einrichtung sorgen bei Gästen und besonders bei Urlaubern für Bewunderung“, sagt Peters.

Von Handwerkern, Rechtsanwälten über Studenten ist an Gästen alles vertreten und jeder willkommen. „Oft haben wir aber auch viele Skandinavier hier“, ergänzt Hanning Mordhorst. Bei Studenten besonders beliebt ist das sogenannte Meter-Trinken. „Beim Meter-Trinken werden elf Biere Kölsch in einem ein Meter langen Brett serviert.“ Bestellt wurde so ein „Kölsch-Brett“ gerade von Ralf, Micha und Tim. Sie kommen häufiger ins Lokal – insbesondere wegen der beliebten Biersorte und des urigen Flairs – erzählt Micha, während er mit seinen Freunden in einer ruhigen Ecke des Raucherabteils sitzt und das nächste Kölsch aus der speziellen Holzhalterung nimmt.


Bierkenner
aus Köln


Auch Stammgast Ingo kommt seit einigen Jahren ins Kölsch- und Altbierhaus. Aufgrund einer Lebensveränderung war er gezwungen, eine Zweitwohnung in Rostock zu mieten. Er ist waschechter Kölner. „Und da Kölner nun einmal Kölsch trinken, wollte ich es hier natürlich unbedingt probieren“, erzählt Ingo. Und es schmeckte ihm. Seit diesem Tag ist er Stammkunde der Kneipe. Mittlerweile kennt ihn jeder und nennt ihn freundschaftlich beim Namen. Den Kölner findet man oft am Tresen, in der Ecke der Kneipe, wo er gern mal einen Schnack mit den Mitarbeitern hält. Es sind die Freundlichkeit der Mitarbeiter und das reichhaltige Getränkeangebot, welche die Kneipe für ihn einzigartig machen. „Wo sonst kann man 100 verschiedene Sorten Whiskey trinken“, ergänzt er sein Lob an die Lokalität. „Ein nettes Gespräch ist immer drin und bei einem Kölsch lernt man sich eben am besten kennen“, sagt der Kölner lächelnd, während er an seinem eben bestellten Bier nippt – natürlich an einem Kölsch.

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