zur Navigation springen

#wirkoennenrichtig hafen : Bei Mängeln Inspektion an Bord

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Über die Arbeit des Hafenärztlichen Dienstes, ein Treffen bei den Seenotrettern und elektronische Hilfen

Der Chemiekalientanker „Yara Kara“ steuert den Rostocker Hafen an. Die Anmeldung ist über das Hafeninformationssystem HIS Nord elektronisch erfolgt. Neben dem Zulauf, der Planung und der Steuerung der Umschlagprozesse ist dies auch eine wichtige Kontaktbrücke zu den Behörden wie dem Hafenärztlichen Dienst in Rostock.

Hygieneinspektorin Angela Helsper fragt hier bei der Schiffsführung nach dem Schiffshygienezertifikat gemäß der internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO, überprüft dessen Gültigkeit und mit einer Reihe weiterer Fragen die Maßnahmen zur Hygiene und dem Infektionsschutz an Bord. Alles ist auf dem Neubau in Ordnung. Hätte es Unklarheiten gegeben, wäre eine Kontrolle an Bord notwendig geworden. Nach sechs Monaten ist jeweils auch das Zertifikat zu erneuern.

Alltag im Hafenärztlichen Dienst Rostock, der in der Hansestadt Rostock dem Gesundheitsamt untersteht und im Rostocker Seehafen im Gebäude des Hafen- und Seemannsamtes seinen Sitz hat. Angela Helsper, schon seit fast 40 Jahren im Dienst der maritimen Medizin tätig, ruft auf ihrem Computer das HIS auf und sieht, welche weiteren Aufgaben sich daraus für sie und ihre Kollegen ableiten. So war bei einer Stippvisite auch der Küstenfrachter „Sandetti“ mit seinen fünf Besatzungsmitgliedern und einem Passagier zu kontaktieren. Auch hier gab es keine Kranken an Bord und keine Beanstandungen.

Das ist nicht immer so. Von unhaltbaren Zuständen an Bord war so auch von Seeleuten in der Seemannsmission zu erfahren, was dann auch den Hafenärztlichen Dienst mit einer Prüfung der Hygiene auf den Plan rief.

Bei der Nutzung des elektronischen Meldesystems steht dem Dienst Hans-Dieter Kluge, der Leiter der Fach- und Koordinierungsstelle elektronische Schifffahrtsmeldungen in Meckleneburg-Vorpommern, beratend zur Seite. Rund 8000 Schiffsanläufe sind jährlich im Rostocker Hafenrevier zu verzeichnen, eine besondere Herausforderung stellt der Gesundheitsschutz für die Kreuzliner dar. Bevor auf einem der Kreuzfahrtriesen, die einer Kleinstadt gleichkommen, eine Infektion ausbricht, ist Vorbeugung gefragt. Und wenn sie dann dennoch kommt, heißt es sie einzudämmen.

Erkenntnisse von Inspektionen auf den Kreuzfahrtschiffen bis hin zur Quarantäne bildeten so auch Schwerpunkte des inzwischen bereits 6. Tages der Hafenärztlichen Dienste in MV, zu dem der Rostocker Amts- und Hafenarzt Markus Schwarz im vergangenen Monat diesmal nach Warnemünde geladen hatte.

Im besonderen Blickfeld stand der Besuch des Seenotkreuzers „Arkona“. Hier und am Tagungsort, dem DGzRS-Informationszentrum, konnten sich die Vertreter der Hafenärztlichen Dienste aus MV und ihre Gäste, unter anderem aus Hamburg, mit den Aufgaben der Seenotretter vertraut machen. Die jährliche Zusammenkunft der Hafenärztlichen Dienste Deutschlands in Wilhelmshaven, an der nicht alle teilnehmen konnten, wurde ausgewertet, ein neues Handbuch der WHO diskutiert, Fragen der Lebensmittelhygiene an Bord, Aspekte der Frachtgutbegasung und Änderungen im Meldeverfahren ausgelotet.

Alle zwei Jahre, so berichtet Angela Helsper, finden diese Treffen der Hafenärztlichen Dienste als wichtige Quelle des Erfahrungsaustausches statt. Das nächste voraussichtlich – wie schon einmal vor einigen Jahren – wieder an Bord eines Fährschiffes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen