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Rostock : Bauherr wartet auf Freigabe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Grabung der Archäologen am Glatten Aal dauert voraussichtlich noch bis Oktober. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 10.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Jetzt hängt alles an der Baugenehmigung und an den Archäologen. Erst wenn sie die Fläche am Glatten Aal freigeben, können die Arbeiten am Hanse-Karree beginnen. Nach aktuellem Stand wollen sie noch zwei bis drei Monate graben, erklärt Christian Solbrig, Geschäftsführer der Randalswood Germany GmbH. Als Bauherr muss die Gesellschaft auch für diese Untersuchungen aufkommen. Bisher haben allein sie mehr als 700 000 Euro gekostet, so Solbrig. „Wir können nur bezahlen und abwarten“, sagt er.

Bevor sie abziehen, wollen die Archäologen noch ehemalige Latrinen untersuchen. Von diesen haben sie deutlich mehr gefunden als erwartet: Ursprünglich hatten die Hausbewohner in den Innenhöfen Brunnen angelegt, die später überflüssig und zu stillen Orten umfunktioniert wurden. Anhand der Hinterlassenschaften können Historiker zum Beispiel Rückschlüsse auf Ernährung oder Krankheiten der Menschen ziehen. Ginge es nach dem Bauherrn, könnten die Bagger sofort rollen. Mit der Baugenehmigung der Stadt rechnet Solbrig im September, im Oktober könnten dann im Idealfall die Arbeiten auf dem Teil neben der Alten Post beginnen. Zunächst geht es dann bis zu 6,5 Meter in die Tiefe. Für das Fundament wird eine ein Meter starke Bodenplatte gegossen. Allein dafür werden drei Millionen Liter Beton benötigt. „Ab dann dauert es rund 24 Monate“, sagt Solbrig.

Von den etwa 80 Wohnungen sind aber schon jetzt zwölf per notariell beglaubigtem Vertrag vergeben. „Wir haben zudem diverse Reservierungen“, sagt Solbrig. Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 101 Quadratmetern im ersten Obergeschoss wird bei Engel und Völkers für 345 000 Euro angeboten. Ein Vier-Zimmer-Penthouse mit 209 Quadratmetern ist mit einer Million Euro veranschlagt, ein Drei-Zimmer-Penthouse mit 138 Quadratmetern mit 690 000 Euro. Die Wohnungen befinden sich in den oberen Etagen des fünfstöckigen Hauses.

Was genau ins Erdgeschoss kommt, ist noch unklar. Das sei unter anderem vom zweiten Baufeld nebenan abhängig, das derzeit noch als Parkplatz dient. „Dafür haben wir Architekten engagiert, die in tieferen Studien verschiedene Nutzungen untersuchen“, erklärt Solbrig. „Jede oberirdische Nutzung hat Konsequenzen für die Gewerbenutzung im Erdgeschoss.“ Sicher sei bisher nur, dass die oberirdischen Parkplätze dort deutlich zugunsten unterirdischer reduziert werden. In das Hanse-Karree investiert Randalswood 45 Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Startschuss bereits im Mai fallen, das scheiterte jedoch unter anderem an den archäologischen Untersuchungen.

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