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Landkreis Rostock : Bauern fürchten schlechte Rapsernte

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dauerregen sorgt für Verzögerungen. Landwirte hoffen jetzt auf gutes Wetter #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 08:00 Uhr

„Wir brauchen jetzt gutes Wetter, dann ist noch nichts verloren“, sagt Landwirt Lutz Scheibler in Hinblick auf die Ernte. Seit Sonntag sind die schweren Maschinen auf den Äckern der Agrar-Union GmbH Poppendorf unterwegs, um den Raps zu dreschen. „Durch den Dauerregen sind wir jetzt etwa fünf Tage in Verzug mit der Ernte“, sagt der 46-Jährige. Die Gerste, die neben Raps, Weizen, Roggen und Zuckerrüben auf den 3500 Hektar angebaut wird, wurde bereits im Juli eingebracht. „Das ging ohne Probleme“, so der Landwirt.

„Die Bauern sind jetzt in Wartestellung“, weiß auch Susann Baltzer, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Bad Doberan. Denn die Nutzpflanze und das Getreide müssen eingebracht werden, bevor ein Qualitätsverlust droht. „Es kann sonst passieren, dass die Rapskörner auf den Boden fallen“, erklärt Scheibler. Bei Weizen bestehe die Gefahr, dass die Körner in der Ähre zu keimen beginnen. „Aber das ist bisher zum Glück noch nicht passiert“, weiß der Poppendorfer. „Wenn es aber mit dem Regen so weiter geht, dann wird es schlecht“, fügt Scheibler an. Durch die starken Niederschläge neige sich das Getreide zu Boden. „Es bilden sich dann sogenannte Lager“, erklärt Susann Baltzer. Dadurch steige die Gefahr durch Pilzbefall.

Eine Wiederholung der Jahre 2011 und 2016 befürchtet Scheibler aber nicht. „2011 war was die Regenfälle betrifft das schlimmste Jahr. Da ging nichts mehr. Im Monat Juli fielen 350 Millimeter. Im Vergleich dazu: Jetzt im Juli hatten wir 120 Millimeter“, erklärt der Landwirt. Der Regen machte die Äcker damals für die Mähdrescher unbefahrbar. „Und 2016 war ein katastrophales Jahr, was die Naturerträge betrifft“, erinnert sich Scheibler. Beim Weizen hatte die Agrar-Union Einbußen von 25 Prozent, beim Raps von 30 Prozent und bei der Gerste von 35 Prozent zu beklagen. „Nur die Rüben haben nicht gelitten. Aber die sind fröhlich bei Regen, die genießen das Wetter“, berichtet der Landwirt. Sorge bereitet dem 46-Jährigen hingegen der Raps beziehungsweise dass nicht mehr mit Insektiziden gebeizt werden darf. „Im vergangenen Jahr hatten wir ein unerwartet schlechtes Jahr mit einem Minus von etwa 30 Prozent“, sagt er. Bereits zum zweiten Mal in Folge sind die Erträge hier schlecht. „Das ist eigentlich nur durch den Wegfall des Beizens möglich, weil sich am Anbau nichts geändert hat.“

Der Landwirt glaubt, dass Läuse ein Virus auf den Raps übertragen, das die Ernte beeinträchtigt. „Eigentlich hatten wir anfangs mit einer überdurchschnittlichen Ernte gerechnet“, sagt er. „Aber nun erwarten wir ein Minus von etwa 30 Prozent“, erklärt Baltzer. Beim Weizen können noch keine Aussagen getroffen werden. Lutz Scheibler hofft jetzt, die Ernte so schnell wie möglich einbringen zu können. „Denn das ist das, worauf wir das ganze Jahr hinarbeiten.“

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