#wirkoennenrichtig : Bäderbahn führt nach Graal-Müritz

Am 1. Juli 1925 rollte in Graal-Müritz der erste Zug ein. Repro: HGTA
Am 1. Juli 1925 rollte in Graal-Müritz der erste Zug ein. Repro: HGTA

Rostock fordert Anbindung ans Ostseeheilbad und gründet dafür eine eigene Linie für die 10,3 Kilometer lange Streckenerweiterung von Rövershagen aus

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24. April 2017, 15:00 Uhr

Nach langer Zeit regte sich in Rostock die Forderung, die Eisenbahnverbindung vom Hauptbahnhof über Rövershagen nach Graal-Müritz auszubauen. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, wurde am 2. Februar 1925 die private Mecklenburgische Bäderbahn AG gegründet. Am 3. März 1925 erhielt sie die Konzession von der Landesregierung und beauftragte die Firma Lenz und Co. mit dem Bau der 10,3 Kilometer langen Strecke von Rövershagen bis ins Ostseebad Graal-Müritz.

Schon am 1. Juli 1925 rollten die ersten Züge über die eingleisige Strecke, die überwiegend durch das Gebiet der Rostocker Heide mit drei Haltestellen und einem Bahnhof fuhren. Dieser Kopfbahnhof erhielt den Namen Graal-Müritz. Neben einer Lokstation, Lokgleisen und einem Empfangsgebäude gab es auch ein Lokumlaufgleis.

Die Inbetriebnahme der Strecke wurde mit einem großen Festakt am 1. Juli 1925 unter dem Namen Mecklenburgische Bäderbahn vollzogen. Zunächst mussten alle Reisenden von und nach Graal-Müritz in Rövershagen umsteigen. Ab dort verkehrte die RBD Schwerin. Am Tag der Inbetriebnahme war das Empfangsgebäude noch nicht bezugsfertig. Der Haltepunkt Graal-Schwanenberg erhielt ein kleines Empfangsgebäude mit Warteraum sowie Dienstraum für den Kartenverkauf und Abfertigung.

In Graal-Müritz selbst entstand ein zweistöckiges Empfangsgebäude mit Dachausbau. Im unteren Geschoss waren die Diensträume sowie der Warteraum und die Bahnhofswirtschaft untergebracht. Für den Güterverkehr gab es einen Extra-Anbau mit Ladegleis. Das Empfangsgebäude wurde damals als zweckmäßig eingeschätzt. In Rövershagen entstand ein kombiniertes Empfangsgebäude am Bahnsteig der Mecklenburgischen Bäderbahn. Am 1. April 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn alle Privat- und Kleinbahnen und damit auch die Mecklenburgische Bäderbahn. Leistungsmäßig unterstand sie nun der Reichsbahn Rostock und dem Bahnhof Rövershagen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Reiseverkehr zwischen Rostock und Graal-Müritz positiv, der Güterverkehr hingegen wurde komplett eingestellt, zugehörige Gebäude und Nebengleise abgebaut.

Da auch der Oberbau der Strecke verschlissen war und technische Gründe ebenfalls eine Rolle spielten, musste der Zugverkehr zwischen Rövershagen und Graal-Müritz ab dem 26. September 1999 gänzlich eingestellt werden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern bestand jedoch darauf, den Betrieb auf dieser Strecke wieder aufzunehmen. Die DB AG baute nach neuesten Erkenntnissen diese Strecke wieder auf. Der Verkehr startete am 17. Dezember 2004.

Heute wird auf der Strecke nach dem Plan der Regionalbahn 12 gefahren – in der leisen Hoffnung, dass der Abschnitt zwischen Rövershagen und Graal-Müritz elektrifiziert wird. Dann könnte dort künftig die S-Bahnlinie 4 fahren.

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