Rostock : Ausstellung zum Kunstpreis eröffnet morgen

Christin Wilcken bereitet ihre Arbeiten für die Ausstellung vor. Fotos: nicp
1 von 2
Christin Wilcken bereitet ihre Arbeiten für die Ausstellung vor. Fotos: nicp

Fünf Nominierte zum Thema Handzeichnung. 10 000-Euro-Preis wird am 9. Dezember übergeben #wirkoennenrichtig

23-75568690_23-85179800_1503311308.JPG von
17. November 2017, 08:00 Uhr

Morgen um 16 Uhr wird in der Kunsthalle die Ausstellung zum Rostocker Kunstpreis eröffnet. Die Kulturstiftung und die Hansestadt haben ihn dieses Jahr für das Thema Handzeichnung ausgeschrieben und zeigen die fünf Nominierten aus 74 Bewerbern.

„Das Zeichnen ist das Allerursprünglichste“, sagt Dr. Ulrich Ptak, Kurator der Rostocker Kunsthalle und langjähriges Jury-Mitglied für den Kunstpreis. Es habe sich vom rituellen Charakter der Höhlenmalerei zum funktionalen entwickelt und verselbstständigt. „Es ist das Unmittelbarste: Vom Kopf in die Hand auf das Papier.“ Dabei bleibe für den diesjährigen Kunstpreis der Begriff Zeichnung relativ offen. Eine Zeichnung – das könne auch ein Aquarell sein, wenn die Linien gezeichnet seien. Die fünf Nominierten würden eine „tolle Mischung“ zeigen. „Es sind Künstler, die sehr interessiert sind, sehr agil“, so der Juror. Jeden einzelnen hat er im Atelier besucht. Barbara Camilla Tucholski (Oevelgönne/Loitz, *1947) „ist ganz klar, aber auch abstrahiert“, sagt Ptak. Stadtlandschaften, Treppen finden sich in ihren vergleichsweise klassischen Zeichnungen. Anders Felix Baxmann (Berlin, Jahrgang 1987): Er arbeitet eine Art Gewebestruktur auf das Papier – mitunter über drei Monate mit Feder, Graphit oder Buntstift, den er dafür auch schon in eine Bohrmaschine einspannte. „Ihm geht es mit dem Künstlersein um den Antrieb, nicht um das Image“, charakterisiert Ptak. Seine Arbeiten hängte Baxmann gestern, wie seine Kollegen es tun. Die Wände, die sie je bespielen dürfen, wurden zugelost. Seine Arbeiten und die Bewerbung seien auch eine „Aufarbeitung persönlicher Familienschicksale“, sagt Baxmann, der Teile seiner Kindheit bei den Großeltern auf dem Darß verbrachte.

Nils Dicaz (Neuendorf, *1961) ist Künstler und Pädagoge. „Er hat viele Bücher gemacht, ist auch ein Poet, er verwebt seine Texte mit sehr surrealen Zeichnungen.“ Bei Christin Wilcken (Mühl Rosin, *1982) „stellt sich die Linie selbst aus“, sagt Ptak, sie gehe häufig über den Rahmen hinaus, arbeite in Serien. „Optisch interessant, aber auch ein intellektueller Hintergrund“, stuft Ptak ein. „Das Thema ist mir sehr nah. Mein Hauptwerk besteht aus Zeichnungen“, sagt sie und bedient auch eine freiere Auslegung von „Handzeichnung“, bringt starke Pigmente trocken auf Papier auf – verreibt sie.

Ramona Seyfarth (Neubrandenburg, *1980) „bringt ihr soziales Engagement in eine interessante Form“, sagt Ptak. Verschiedenste Arbeiten von ihr sind in der Ausstellung zu sehen – Szenen mit Menschen aus kleinsten Kreuzstrichen, farbige Reliefe aus schwimmenden Linien.

„Das gibt ein interessantes Bild, wie man Zeichnungen denkt“, sagt Ptak über die Ausstellung. Gekrönt wird sie am 9. Dezember mit der Verleihung des diesjährigen Kunstpreises an einen der fünf Nominierten. Er ist mit 10 000 Euro dotiert und von der Provinzial gefördert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen