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Rostock : Archäologen graben in Dierkow

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Am Primelberg gehen Wissenschaftler der Frage nach, wann die Geschichte der Hansestadt wirklich begann #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Alle Vorbereitungen sind für die Expedition Primelberg getroffen worden. Seit gestern wird nun fleißig nach archäologischen Funden gesucht.

Zwei Grabungsschnitte liegen inmitten einer großen, dicht bewachsenen Wiese. Erst einmal ist nur dunkler Boden zu erkennen, doch Archäologe Sebastian Messal hofft, in den kommenden drei Wochen mehr zu Tage bringen zu können. Ein Team aus Wissenschaftlern, Rostocker Studenten und ehrenamtlichen Helfern begibt sich auf die Suche nach einer frühmittelalterlichen Siedlung, die sich an der Grabungsstelle befunden haben könnte. „Wir haben bei den vergangenen Grabungen viele Hinweise darauf gefunden, dass sich ein paar Meter weiter von hier gelegen, ein Hafen befunden haben könnte. Möglich, dass wir dieses Jahr weitere Anhaltspunkte auf einen Handelsplatz finden“, berichtet Messal, der die Grabung leitet.

Gesucht wird nach Feuerstellen, Hausgrundrissen, aber auch nach kleinen Gegenständen wie Glas, Scherben, Perlen und Metallen, Knochen, Fischgräten sowie Samen. „Alles kann von Bedeutung sein und Aufschluss darüber geben, wie die Menschen lebten, mit wem sie Handel betrieben und welche Essgewohnheiten sie hatten“, erklärt Messal.

Um auch die kleinsten Teile zu finden, wird in speziellen Vorrichtungen der ausgegrabene Sand durchgesiebt. Neben den Archäologen untersuchen zusätzlich Zoologen und Botaniker die Funde und werten diese aus. „Deshalb dauert es immer sehr lange, bis man wirklich zu richtigen Ergebnissen kommt. Wenn man aber auf etwas gestoßen ist, dann ist das ein unwahrscheinlich schönes und motivierendes Gefühl“, so Messal.

Während der Vorbereitungen zu den diesjährigen Arbeiten, sind bereits ein paar Funde an die Erdoberfläche gelangt, die möglicherweise von Bedeutung sein könnten. In drei Eimern präsentiert Sebastian Messal Knochen, Tiergebisse, Scherben und Metalle – aber er bleibt nüchtern. „Das muss erstmal begutachtet werden, auch die denkbare Feuerstelle im ersten Schnitt ist zunächst nicht sicher als eine zu identifizieren“, erklärt er und fügt an: „Wir sind optimistisch und hoffen auf viele Erfolge.“

Die Erfolge der letzten Ausgrabungen sind in einem Bau-Container an der Grabungsstelle ausgestellt. Auf Bildern können die Besucher die gefundenen Exponate und Fundstellen begutachten. Die Ausstellung hat Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Zusätzlich bieten Gruppenführungen am 26. Juli, 2. und 9. August Interessenten die Möglichkeit, den Archäologen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu sehen. Treffpunkt ist jeweils um 16 Uhr am Dierkower Damm hinter der ehemaligen Deponie am in Richtung Warnow führenden Fußweg.

 

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