Bargeshagen : Anwohner erobern die Hauptstraße

Zum vierten Mal haben die Anwohner die B 105 in Bargeshagen gesperrt, um auf ihr Lärmproblem aufmerksam zu machen. Angeführt wurde der Zug von Sabine Vetterick und Marco Bartsch.
Zum vierten Mal haben die Anwohner die B 105 in Bargeshagen gesperrt, um auf ihr Lärmproblem aufmerksam zu machen. Angeführt wurde der Zug von Sabine Vetterick und Marco Bartsch.

Interessengemeinschaft Verkehrsproblem macht mit Vollsperrung auf Lärmproblem aufmerksam #wirkoennenrichtig

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26. April 2017, 21:00 Uhr

Vogelgezwitscher, Spaziergänger und spielende Kinder statt Verkehrslärm: Zum vierten Mal haben die Anwohner der B 105 gestern in Bargeshagen die stark befahrene Hauptverkehrsstraße für sich erobert. Dafür wurde die Fahrbahn zwischen 17.30 und 18.15 Uhr voll gesperrt. Mit der Aktion wollen die Anwohner auf die Lärmbelastung entlang der Strecke aufmerksam machen.

„Ich wohne seit 2002 hier und habe mich bis heute nicht an den Lärm gewöhnt“, sagt Norman Burger. Vormittags stünden die Autos vor seinem Haus in Richtung Rostock im Stau, am Nachmittag sei es andersherum. „Wenn ich auf der Terrasse sitze, ist das schon enorm“, so Burger. In den vergangenen Jahren habe sich das Problem noch deutlich verstärkt. Ursache dafür seien der zunehmende Tourismus, viele neue Wohngebiete in der Umgebung, der Berufs- und der Zulieferverkehr. Auch Sabine Vetterick kennt das Problem. „Wir wohnen an der Straße und erleben es täglich“, sagt sie und ergänzt: „Aus Hausfrauensicht gesprochen: Wenn ich Fenster putze, sind sie nach drei Tagen wieder dreckig.“ Schon nachts um 3 Uhr seien die ersten großen Lkw unterwegs, am Tag passieren mehrere Zehntausend Fahrzeuge die Strecke. Vor allem im Sommer sei es extrem: „Da ist der Verkehr dreimal so stark“, sagt Vetterick. „Dann stehen sie nur noch im Stau“, bestätigt auch Anwohner Marco Bartsch. Aus Sicht von Vetterick könnte ein Kreisverkehr anstelle der Ampel am Ortseingang wenigstens ein bisschen Abhilfe schaffen. Wirklich zu lösen sei das Problem allerdings kaum, gesteht sie.

Das findet auch Burger: „Es ist eine Zwickmühle hier.“ Tempo 30 würde nur bedingt gegen den Lärm helfen und eine Umgehungsstraße würde den Verkehr nur in die benachbarten Gemeinden verlagern. Sie sei seit 2013 allerdings ohnehin vom Tisch, spätestens aber mit ihrer Nichtberücksichtigung im neuen Bundesverkehrswegeplan.

Nach der Entscheidung gegen die Umgehungsstraße vor vier Jahren hatte sich die Interessengemeinschaft Verkehrsproblem Bargeshagen-Sievershagen gegründet, die hinter dem Aktionstag steht. „Wir wollen das Thema präsent halten“, sagt Andreas Vetterick, der die Versammlung gestern leitete. Auch er schätzt zwar ein, dass sich wohl keine kurzfristige Lösung ergeben werde, „vielleicht aber in 10, 15 Jahren“, erklärt er.

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