Vor Gericht : Anwälte und Richter klären auf

Wie eine Gerichtsverhandlung abläuft, erklärt Staatsanwalt Harald Nowack den Besuchern im Landgericht.
Wie eine Gerichtsverhandlung abläuft, erklärt Staatsanwalt Harald Nowack den Besuchern im Landgericht.

Am Aktionstag erleben Besucher Schauprozesse, Führungen und Vorträge zu Berufen in der Justiz. #wirkoennenrichtig

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23. November 2017, 08:00 Uhr

Einen echten Schauprozess haben die Besucher des Landgerichts gestern zum Tag der Justiz erlebt. Die Rollen von Richter, Beisitzern, Anwalt und Staatsanwalt übernahmen dabei echte Profis. Der fiktive Fall: Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte Tim Holznagel hatte eine Bäckerei überfallen, der Verkäuferin ein Messer vorgehalten und 300 Euro erbeutet, die er im Spielcasino wieder verlor. Dafür drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft.

„Bei einer erwarteten Strafe von mehr als vier Jahren wird immer vor dem Landgericht verhandelt“, erklärt Kai Jaspersen, Präsident des Landgerichts Rostock. In den vergangenen 25 Jahren seien dies rund 6500 Strafverfahren und 75 000 Verfahren im Zivilbereich gewesen. Kleinere Delikte seien Sache des Amtsgerichts. Noch mehr zu tun bekommen die aktuell 40 Staatsanwälte in Rostock. Sie haben in 25 Jahren rund 775 400 Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte und rund 741 600 gegen unbekannte Personen geführt, so Staatsanwalt Harald Nowack. Er erklärte den Zuhörern, wie eine Gerichtsverhandlung abläuft. Neben dem Land- nahmen auch Oberlandes-, Amts-, Sozial- und Arbeitsgericht an dem Jubiläums-Aktionstag teil, indem sie Führungen und Vorträge organisierten.

Spektakuläre Fälle

  • Der Ofenmörder 2003: Weil der Versuch, sein Opfer im Ofen zu verbrennen, scheitert, beschwert ein Mörder sich beim Hersteller – und fliegt auf.
  • Mordfall Carolin 2005: Die 16-jährige Carolin wird vergewaltigt und ermordet in der Rostocker Heide gefunden. Verurteilt wird ein vorbestrafter 29-Jähriger aus Gelbensande.
  • Rotlicht-Prozess 2006: Wegen organisierter Prostitution und Geldwäsche wird Artur Bree zu sechs Jahren Haft und 90 000 Euro Geldstrafe verurteilt.
  • Liechtenstein-Prozess 2009: Mit gestohlenen Daten erpresst Michael F. von der Liechtensteinischen Landesbank neun Millionen Euro. Er wird zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.
  • 2012: Radiomoderator Marcus J. muss wegen Kindesmissbrauchs drei Jahre und zwei Monate in Haft.
  • Rebecca 2013: Mario B. entführt die 17-jährige Rebecca, hält sie tagelang gefangen und vergeht sich an ihr. Strafmaß für den 28-Jährigen: 9,5 Jahre Haft plus Sicherungsverwahrung
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