zur Navigation springen

Rostock : Amt revolutioniert das Stadtgrün

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostock ist Modellregion des Bundes. Bepflanzen von Dächern, Öffnen von Anlagen und neue Konzepte geplant #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Das Rostocker Grünamt plant, organisiert und übernimmt die Pflege des städtischen Grüns. Jetzt geht das Amt einen großen Schritt weiter. Das Grün soll zukunftsfähig und teilweise sogar revolutioniert werden.

„Wir brauchen eine Lobby für das Stadtgrün – und dazu gehört das Kleingartenwesen“, sagt Amtsleiterin Ute Fischer-Gäde. Rostock beteiligt sich am Bundesprogramm Zukunft Stadtgrün und ist eine von zwölf Modellregionen. Rostocks Thema: „Grüne Welle – Stadtgarten Rostock“ – mit einem Fokus auf Kleingärten. Bestand, Erhalt und Entwicklung derer sollen in einem Konzept fixiert werden. Und in dem sollen alternative Gartenformen eine große Rolle spielen. Dafür gibt es 158 000 Euro Bundesförderung.

Kleingärten

Der Verband der Gartenfreunde ist mit im Boot, auch wenn einige Kleingärtner noch verhalten sind. Die letzten Monate und Jahre bangen viele mit dem rasanteren Wachstum der Hansestadt, dass ihre Parzellen zu Baugrund werden. Doch Kleingartenverbandschef Christian Seifert zeigte sich bei einer Auftaktveranstaltung für die Gärtner optimistisch, eben durch das Großprojekt Argumente für den Erhalt an die Hand zu bekommen.

Im Zuge des Projekts erarbeiten externe Experten des Lübecker Landschaftsarchitekturbüros TGP Vorschläge für die einzelnen Kleingartenanlagen – von Förderungen für den Ausbau, über Bestandsschutz bis zur Teilung von Parzellen. Dem zugrunde liegt eine umfangreiche Bestandsaufnahme, die die Experten bis September vornehmen. Im Winter werden die Daten analysiert und ein Leitbild gemacht. Gründe, Kleingärten zu erhalten, seien laut Fischer-Gäde der Versorgungscharakter, den Gärten für den benachbarten Geschosswohnungsbau haben, deren hohe Qualität und der Nutzen, Grünzonen der Stadt zu verbinden.

Öffnung

Die große Frage sei: „Wie schaffen wir es, diese rund 600 Hektar Kleingärten in Rostock, die vielfältig fast abgeriegelt sind, mehr zu öffnen?“, fragt Fischer-Gäde. Viele Wege seien eigentlich öffentliche, die Anlage aber abgeschlossen. Sie hofft, dass künftig in Rostock zum Beispiel Radwege durch Kleingartenanlagen führen – wie in vielen anderen Städten auch und einfach mehr geöffnet werden für alle Rostocker. „Wir wollen sie sichern – die Kleingärten – aber auch zugänglicher machen.“ Zudem sieht sie in dem Verband einen wertvollen Partner als Träger für Gartenprojekte. „Beim Thema Schulgärten sehe ich viel Potenzial.“ Fischer-Gäde könnte sich eben diese in Kleingartenanlagen gut vorstellen, ebenso wie Tagesmütter-Gärten – je mit dem Ansatzpunkt, Kindern, die Natur, Lebensmittel die sie essen, ihre Umwelt näherzubringen. Eingesessene Kleingärtner könnten Patenschaften übernehmen. Ein Gartenzwerge-Projekt hat der Verband bereits. Projektträger für solche Unterprojekte könnten auch andere Vereine wie der Naturschutzbund (Nabu) werden.

Freiräume Nutzen

Bisher noch kaum ausgebaut sind Dachgärten. Auch das will die Leiterin des Grünamtes ändern. Dächer sollen gesichtet werden, – zunächst die öffentlichen Gebäude – „wo optional Grün drauf entstehen kann“, sagt Fischer-Gäde. Das passiert als Teil des Umwelt- und Freiraumkonzeptes, das Rostock beauftragt. Es soll eine Art Äquivalent zum Flächennutzungsplan sein, nur eben für die grünen Freiräume. Wald, Wasser, Grün und Parks – alle umweltrelevanten Themen sollen erfasst werden. Mit dem Umweltamt zusammen erarbeitet das Grünamt die Aufgabenstellung. Im Herbst sollen Büros beauftragt werden.

Ziele

„Wir wollen Stadtentwicklung in der Innenstadt nicht verhindern“, sagt Fischer-Gäde, „aber Grün sichert die Aufenthaltsqualität in einer Stadt“ – ohne ginge es nicht. Die Fragen wären: „Wie schaffen wir es trotz Verdichtung, Qualität zu erhalten? Wo wollen wir mit dem Stadtgrün hin?“ Darauf wolle sie eine Antwort geben. „Das wird eine echt schwierige, aber auch eine tolle Aufgabe.“ Sowohl die Erarbeitung des Umwelt- und Freiraumkonzepts als auch des Kleingartenkonzeptes sind auf drei Jahre angelegt – in denen sich ein Profil des neuen grünen Rostocks rausbilden und Ideen der Rostocker befördert werden sollen. Die wollen die Ämter nämlich miteinbeziehen – mit öffentlichen Veranstaltungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen