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Rostock : Amt lässt Obstwiesen aufleben

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Plantagen soll öffentlich nutz- und genießbar werden. Projekte mit Kindern in Planung. Grundlage ist Bürgerschaftsbeschluss Essbare Stadt #wirkoennenrichtig

Das Grünamt will über die nächsten Jahre alte Obstwiesen im Stadtgebiet revitalisieren, „sodass der Zugang zu Obst wieder einfach und unkompliziert ist“, sagt die Leiterin Ute Fischer-Gäde. Ein Hauptprojekt soll die Wiese in Kassebohm, am Vicke-Schorler-Ring, werden. Dort stehen vier Birn-, zwölf Apfel-, vier Pflaumenbäume, eine Vogelkirsche, zwei Mirabellen und Haselsträucher auf 3000 Quadratmetern. Die Obstwiese ist eingerahmt durch sehr alte Hainbuchen und einige Eschen. Konkurrierender Wuchs und abgestorbene Bäume will das Grünamt dort abtragen, erklärt Steffie Soldan, Leiterin des Teams Stadtbäume. Im Herbst sollen die alten Sorten dann genauer bestimmt werden. Und: „Wir haben vor, mit Kindern Pflanzarbeiten vorzunehmen und Patenschaften für die Bäume zu vergeben“, so Steffie Soldan – an eine Kita, Schule oder Studenten zur Beerntung der Bäume.

Auch in Gehlsdorf, bei der Rostocker- und Gehlsheimer Straße, gibt es eine Obstwiese. Mit Entstehung des Wohngebietes waren 60 Bäume auf 20 000 Quadratmetern gepflanzt worden, viele sind bereits abgestorben und mussten entfernt werden. „Auch da wollen wir Fehlstellen nachpflanzen“, erklärt Steffie Soldan.

Daneben ist noch eine alte Plantage – mit 120 Pflaumen-, fünf Birnen-, ebensovielen Kirsch- und Apfelbäumen sowie einem Walnuss- und einem Haselnussbaum. Die 12 000 Quadratmeter große Fläche wieder aufzuarbeiten, würde aber größeren Aufwand bedeuten. „Sie ist sehr verwildert“, sagt Soldan. Sie wächst allmählich zu und bietet Deckung für Wildschweine. Brombeeren ranken sich. „Vorläufig reichen unsere Kapazitäten dazu nicht aus“, erklärt die Chef-Baumpflegerin. Und so wie die Wiese sei, hätte sie fast etwas Märchenhaftes.

Mit den Revitalisierungen der Wiesen folgt das Grünamt dem Beschluss der Bürgerschaft von September 2016, dass die Stadtverwaltung ein Konzept zur Essbaren Stadt ausarbeiten und dabei den Verband der Gartenfreunde sowie andere Vereine und Initiativen einbeziehen soll. Erklärtes Ziel der Unterstützer war, über Obst- und Gemüsepflanzen im öffentlichen Raum für grüne Rückzugsräume wie auch etwa die Kleingärten zu werben. Positiver Effekt: der Erhalt von alten Obstsorten.

Generell kämen ökologisch zu erhaltende Flächen in den Blick. „Wir fangen nicht an, unter Eichen Kohlrabis zu pflanzen“, sagt Amtsleiterin Ute Fischer-Gäde. Aber ab und an einen Brombeerstrauch zu setzen oder Schlehen – das sei angedacht.

Weitere Obstwiesen seien in Reutershagen, Biestow und Bentwisch. „Wir gucken nach und nach, welche passen und welche vielleicht eher ungünstig sind“, so Fischer-Gäde. Was dem Grünamt nur wichtig ist, wer etwas aberntet, möge es sorgsam tun. Manchenorts wurden ganze Äste abgerissen, um an Obst zu kommen. „Das ist nicht im Sinne der Erhaltung solcher Obstbäume“, sagt Soldan.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 08:00 Uhr

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