Bauprojekt : Altes Backhaus wird zur Pilgerstätte

Schon bald sollen in dem kleinen Häuschen aus dem Jahr 1844 Pilger und Radwanderer Unterschlupf finden. Dafür bauen Pastorin Ulrike Dietrich und Bernd Weinkauf mithilfe vieler ehrenamtlicher Helfer und Firmen das Gebäude aktuell um.  Fotos: Antje Kindler
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Schon bald sollen in dem kleinen Häuschen aus dem Jahr 1844 Pilger und Radwanderer Unterschlupf finden. Dafür bauen Pastorin Ulrike Dietrich und Bernd Weinkauf mithilfe vieler ehrenamtlicher Helfer und Firmen das Gebäude aktuell um. Fotos: Antje Kindler

Bauarbeiten auf dem Pfarrhof Rethwisch laufen. Kirchengemeinde erhält 56 700 Euro an Fördergeldern für Projekt. #wirkoennenrichtig

svz.de von
30. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Wenn alles gut läuft, sind wir Weihnachten fertig“, gibt sich Bernd Weinkauf vom Kirchengemeinderat Rethwisch optimistisch. Doch ob es bei diesem Termin auch wirklich bleiben wird, sei noch nicht abzusehen, fügt Pastorin Ulrike Dietrich hinzu. Aktuell wird das alte Backhaus aus dem Jahr 1844 auf dem Pfarrhof in eine Begegnungsstätte mit Wander- und Radlerherberge umgebaut. Und während der Bauarbeiten tauchen immer mal wieder neue Herausforderungen auf. „Es wird ein Begegnungsraum mit Küche, Toilette und Dusche entstehen und oben unter dem Dach werden sechs bis acht Schlafplätze eingerichtet. Eine Außendusche ist auch noch angedacht“, erklärt die Pastorin die Pläne. „Alles aber in einem schlichten Standard.“

Hier sollen spätestens ab Frühjahr 2018 Wanderer und Pilger übernachten können, die die Via Baltica des Jacobsweges entlang pilgern und einen Abstecher von Bad Doberan nach Rethwisch machen. Doch bis dahin gibt es noch einiges zutun. „Das Backhaus, dessen Außenbackofen immer noch intakt ist und genutzt wird, steht jetzt bestimmt schon seit mindestens zehn Jahren leer“, schätzt Dietrich. Vor etwa fünf Jahren mussten bereits erste Maßnahmen zur Notsicherung vorgenommen werden. Denn die Südwand des rund 7,50 mal 7,50 Meter kleinen Hauses war bereits abgesackt und musste aufgemauert werden. Unterstützung erhält die Kirchengemeinde dabei vom Rotary Club Heiligendamm sowie Kühlungsborn und Warnemünde. „Sie haben die Anschubfinanzierung für das Projekt geleistet“, so Dietrich. Insgesamt, so schätzt die Pastorin, werden Umbau und Sanierung mit totaler Entkernung mehr als 100 000 Euro kosten. „56 700 Euro haben wir jetzt an Fördergeldern aus Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes erhalten“, sagt die Pastorin. Mit dem Geld sowie jeder Menge Eigenleistung wurden bereits die Fenster erneuert. Nun muss das Dach ausgebaut und komplett neu gedeckt werden.

„Elektrik und Wasser müssen auch erneuert werden, der Innenausbau steht an“, zählt Bernd Weinkauf auf. „Dabei versuchen wir, das alte Material wiederzuverwenden“, erklärt er. So wurden die alten Dachziegel aufbereitet und auch die bemalten Innentüren sollen erhalten bleiben. Sie sind Zeugnis der letzten Gäste im Backhaus: Kunststudenten. „Ansonsten gibt es für den Innenausbau noch keine konkreten Pläne und Mittel“, sagt Dietrich, die für ihr Vorhaben bereits positive Resonanz erhalten hat. „Viele sind begeistert von der Idee“, berichtet sie. Zum Tag der offenen Gärten am 11. und 12. Juni, an dem der Pfarrgarten besichtigt werden kann, soll auch die Baustelle Neugierigen offen stehen.

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