Baumaßnahmen in Rostock : Ärger um Südstadt-Pläne

Mehr Einfluss für die Bürger fordert Helmut Laun von der Bürgerinitiative.
Mehr Einfluss für die Bürger fordert Helmut Laun von der Bürgerinitiative.

Anwohner der Ziolkowskistraße lehnen weitere Bebauung ab. Netto plant Umzug auf Stadthallen-Parkplatz. #wirkoennenrichtig

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26. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Anwohner der Ziolkowskistraße fühlen sich verschaukelt: Trotz 4000 Unterschriften, die 2015 gegen eine bauliche Verdichtung der Südstadt an den Oberbürgermeister überreicht wurden, hält die Verwaltung in ihrer Straße an Neubauten fest. Sechs Standorte neben den Hausnummern 9, 11 und 12, an den Einmündungen zur Kurt-Tucholsky- und Erich-Weinert-Straße sowie auf dem Gelände des Netto-Marktes hat Chefstadtplaner Ralph Müller im Auge. Das bestätigte er am Mittwoch noch einmal auf der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative Lebenswerte Südstadt erhalten im Heizhaus.

„Nach unserer Auffassung ist dieser Bereich zwischen den Häusern für eine angemessene Bebauung geeignet“, so Müller. Angemessen heiße, es seien maximal fünf Geschosse erlaubt. Bauherren sollen jeweils die Eigentümer des direkten Nachbargebäudes werden, also Wiro und Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen. Ihnen will die Stadt die Grundstücke verkaufen. Die Architektur soll aber aus einer Hand kommen. „Wir wollen eine gemeinsame Gestaltung“, erklärt Müller.

Außerdem müssten die Wegeverbindungen zum Südring erhalten bleiben. Gleiches gelte für den Grünstreifen neben der Hauptstraße. Er gehöre zu den „Grünzügen, die absolut tabu sind“, so der Stadtplaner. Ausgleichsflächen werde es keine geben. Die Anwohner lehnen das gesamte Vorhaben ab – wie schon bei einer Planungswerkstatt 2015. Ihr einstimmiges Urteil bei der Versammlung: Die Südstadt werde verschandelt und die Verwaltung kümmere sich nicht um die Meinung der Bürger. „Wir sind uns an dieser Stelle nicht einig“, räumt Müller ein. Am Ende entscheide aber der Hauptausschuss. „So lange nicht verkauft ist, haben Sie noch Einflussmöglichkeiten über die Fraktionen“, stellt Kyra Meyer von der Bürgerinitiative daher fest. Einen weiteren Weg bringt Matthias Horn vom Büro des Oberbürgermeisters ins Spiel: „Wenn Sie sich als Genosse oder Mieter an ihren Vermieter wenden, ist das eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass in Ihrem Sinne gehandelt wird.“

Einen Sonderfall bildet der Netto. Er soll perspektivisch schließen und auf den südlichen Teil des Stadthallen-Parkplatzes ziehen. Bedingung, so Müller: „Der Ersatz für die wegfallenden Stellflächen muss auf dem Gelände gefunden werden.“ Deswegen solle ein bis zu fünfgeschossiges Gebäude errichtet werden, in dessen unterer Etage der Einkaufsmarkt und Parkplätze untergebracht werden. Darüber seien dann Gewerbe und Wohnungen möglich. „Wir sind gerade in Verhandlungen mit jemandem, der es für Netto bauen möchte“, sagt Müller. Auch hier liege die Entscheidung beim Hauptausschuss. Den Netto in der Brahestraße zu schließen, sei aber schon jetzt vom Tisch. Der Netto am Bahnhof ist bereits verschwunden.

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