Rostock : Ab jetzt geht Ben zur Schule

Zum ersten Mal sitzt Ben Harder bei seiner Einschulung auf seinem Platz im Klassenzimmer.
Zum ersten Mal sitzt Ben Harder bei seiner Einschulung auf seinem Platz im Klassenzimmer.

Sechsjähriger Rostocker erlebt seinen großen Tag #wirkoennenrichtig

svz.de von
03. September 2017, 20:45 Uhr

Die Haare frisch gekämmt, das Hemd in die Hose gesteckt und den neuen Schulranzen mit Dinosauriern auf dem Rücken steht Ben Harder vor der Tür, durch die er ab jetzt jeden Tag ins Klassenzimmer stürmen wird, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Die Nacht hat er bei den Großeltern verbracht – warum wird er erst später erfahren.

Gut gelaunt und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, das eine schöne Zahnlücke offenbart, wartet der Sechsjährige, dass es endlich losgeht. Auf dem Schulhof ist er noch ganz cool, trifft auf seinen künftigen Klassenkameraden Lasse, schlägt mit ihm ein, springt umher. „Bennie, nicht so doll, du bist jetzt ein Schulkind“, mahnt Mama Lydia. „Aber ich darf doch trotzdem noch Spaß haben“, antwortet der kleine Junge gewitzt. Dann betritt die Familie die Sporthalle der Grundschule, nimmt mit Omas, Opas und dem kleinen Bruder Jonas Plätze in der zweiten Reihe ein. Ben wird gebeten, sich nach vorn auf eine Holzbank neben die anderen Kinder zu setzen. In der mit Eltern, Großeltern und Geschwistern gefüllten Halle scheint dem sonst so aufgeweckten Junge klar zu werden, dass es jetzt ernst wird. Ben wird still.

Geduldig und aufmerksam lauscht er den Gedichten und Liedern der Zweitklässler, die mit ihrem Programm die Kleinsten an der Schule willkommen heißen. So richtig mitsingen kann er die eigentlich bekannten Lieder heute vor Aufregung aber nicht. Dann geht es los. Die Schulleiterin verkündet: „In die Klasse 1b kommt Lara.“ Das Mädchen tritt vor, erklimmt ein Podest und hält ihre Zuckertüte in die blitzenden Kameras der Erwachsenen. Viele Namen muss der kleine Junge abwarten, bis er an der Reihe ist. Dann erklingt endlich die Formel: „In die Klasse 1b kommt Ben.“ Etwas zögerlich, aber doch siegessicher tritt der Abc-Schütze nach vorn, die Star-Wars-Schultüte fest im Griff und sucht die Blicke der Eltern. Nachdem alle Kinder in der Klasse aufgenommen wurden, geht es mit Lehrerin Frau Hartig nach oben in den dritten Stock, ins neue Klassenzimmer für Ben und seine Kameraden. Die Schultüten werden im Flur abgelegt, die Tür schließt sich hinter den kleinen Rücken. Hier haben Eltern keinen Zutritt.

Auf dem Weg nach Hause erzählt Ben Papa Eric und Opa Gerald, dass ein Lied gesungen wurde, die Lehrerin Hefte, einen Stundenplan und Stifte verteilt hat. Als er nach der Nacht auswärts wieder sein Zimmer betritt, werden Bens Augen immer größer: „Ein Schreibtisch für mich“, juchzt der Sechsjährige. Mit dieser Überraschung hatte er nicht gerechnet, die hatten die Eltern erst am Vorabend aufgebaut. Vor dem Mittagessen mit der Familie muss der Abc-Schütze erst einmal probesitzen, um zu sehen, ob sich denn so Hausaufgaben machen lassen. Bis ihm plötzlich einfällt: „Ich muss ja erst mal meine Schultüte auspacken“, ruft Ben. Er entdeckt Brotdosen, Malstifte, Hose und Pullover für den Sportunterricht und natürlich ein paar „Naschigkeiten“. Jetzt ist Ben bereit für die Schule.

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