zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 20:40 Uhr

"Wir hissen die Fahne nicht zum Spaß"

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2013 | 07:21 Uhr

Graal-Müritz | Mehrfach sind die Graal-Müritzer Rettungsschwimmer in den vergangenen Tagen zu Lebensrettern geworden. Denn obwohl seit einer Woche immer wieder die rote Badeverbots-Fahne weht, springen die Menschen in die Ostsee und wagen sich dabei gefährlich nah an die Buhnen. "Dabei hissen wir die Fahne nicht zum Spaß, sondern nur dann, wenn es wirklich notwendig ist - und wir sind alle lange genug dabei, um die Lage vor Ort einschätzen zu können", sagt Nicole Toczek.

Die Leiterin der DLRG-Ortsgruppe hat zwar Verständnis, wenn die Touristen, die im Urlaub extra an die Küste kommen, auch baden wollen. "Aber dann sollten sie ihr Verhalten auch den Wetterbedingungen anpassen und auf die Flaggen achten beziehungsweise auf uns hören, wenn wir sie rausholen", so Toczek. Von den Einsatzzahlen sei die laufende Saison nicht außergewöhnlich. Dennoch freut sich Toczek, dass sie ihr Team verstärken konnte. "Offiziell müssten wir in der Hauptsaison 13 Personen zur Besetzung der Hauptwache und der zwei Türme haben, jetzt sind wir aber 16", so Toczek. Zur Mannschaft gehören neben der Ortsgruppe auch Praktikanten und Ehrenamtliche, die für den Wachdienst kein Geld bekommen und freiwillig für die Sicherheit der Badenden sorgen.

Gestern Nachmittag wehte am Hauptturm in der Nähe der Seebrücke die gelbe Flagge. "Die steht dafür, dass das Schwimmen eigentlich nur für Geübte erlaubt ist", sagt Markus Harmsen, der zu den Ausbildern der Ortsgruppe gehört. Von den tausenden Touristen, die momentan täglich am Strand liegen, tummeln sich dennoch hunderte im Wasser. Eltern mit Kindern schwimmen gefährlich nah an den Buhnen oder den Säulen der Seebrücke. Ein solcher Anblick sorgt bei den erfahrenen Rettungskräften auf dem Turm für Alarmbereitschaft. Der Einsatz, zu dem die Graal-Müritzer Retter gestern gerufen werden, hat dann aber nichts mit der Strömung zu tun. Am Strand von Torfbrücke bekommt ein 75-Jähriger im brusthohen Wasser Kreislaufprobleme. Er wird mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik gebracht. Der Einsatz sei auch dank der neuen digitalen Funktechnik gut ausgegangen. "Unsere alten Geräte hätten bis zum Einsatzort gar nicht gereicht", sagt Toczek.

Auch wenn immer wieder leichtsinnige Badegäste ihr eigenes Leben und das der Retter gefährden, so gebe es auch andere Touristen. "Durch die Vorfälle der letzten Wochen sind die Menschen aufmerksamer und melden uns schneller, wenn sie etwas bemerken", sagt sie. So könne im Ernstfall Schlimmeres verhindert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen