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11. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Winter zu mild: Rostock bleibt auf Salzberg sitzen

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 09:18 Uhr

Rostock | Ein Riesenberg Streusalz liegt derzeit im Depot der Stadtentsorgung Rostock am Petridamm. Knapp 2200 Tonnen wurden für dieses Jahr angeschafft - eine Reaktion auf die zwei vergangenen, sehr strengen Winter in der Hansestadt. Doch bis jetzt wurde dank wenig Frost und Glätte kaum etwas von dem Streusalz gebraucht.

Mit der richtigen Lagerung kann das nicht verwendete Salz auch problemlos im kommenden Winter genutzt werden, sodass kein finanzieller Schaden entsteht. "Wichtig ist, dass das Salz fachgerecht und trocken gelagert wird, dann ist die Verwendung im kommenden Jahr kein Problem", erklärt Steffen Böhme, Vertriebsleiter der Stadtentsorgung. Für die Mitarbeiter der Stadtreinigung ist das milde Wetter ein kleiner Segen. "Die letzten beiden Jahre gingen an die Substanz", so Böhme. Vor allem an den Feiertagen war die Stimmung angespannt, jeder war im Dauereinsatz.

Die Männer der Stadtentsorgung sind dennoch auch in diesem Jahr auf alles vorbereitet, denn die Winterdienst-Periode geht offiziell bis Ende März. Einige Fahrzeuge stehen direkt bereit, andere können in kürzester Zeit aufgerüstet werden. Auch das gelagerte Salz am Petridamm und in Lütten Klein ist einsatzbereit. Derzeit sind die Mitarbeiter vor allem mit der Straßenreinigung und dem Containerdienst der Abfallentsorgung beschäftigt.

Auch Rostocker Hausmeister wie Peter Kuhn und seine 23 Angestellten atmen auf und nutzen den milden Winter, um Geräte aufzurüsten und Außenarbeiten zu erledigen. Rund 200 Objekte betreut der Hausmeisterservice, vor allem in der Stadtmitte und der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Ein großer Teil des Streusalzes liegt als Sackware im Lager in Marienehe. "Was wir in den vergangenen Jahren zu wenig hatten, haben wir jetzt zu viel", berichtet Kuhn. Ein kleiner Teil des Salzes ist ständig bei den Einsätzen dabei, für Notfälle wie Blitzeis. Als Winterdienst habe er eine enorme Verantwortung zu tragen.

Um so härter traf es Kuhn, als der Salzpreis in der vergangenen Saison um 100 Prozent anstieg. Neben hohen finanziellen Verlusten für die Firma mussten auch die Verträge mit Hauseigentümern angepasst werden. "Das war nicht einfach, da viele es nicht verstanden", so Kuhn. Sich und seinen Mitarbeitern wünscht er weiterhin einen milden Winter. Denn genauso wie bei der Stadtreinigung können nun endlich Überstunden abgebaut und aufgeschobene Arbeiten erledigt werden. "Das körperliche Limit war Ende des vergangenen Winters bei meinen Mitarbeitern erreicht", so Kuhn. Er geht davon aus, dass der Winter auf alle Fälle noch zurückkommt. Schließlich sei erst Mitte Januar erreicht.

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