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Rostock : Windturbinenhersteller Nordex kämpft mit Flaute

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Der neue Vorstandsvorsitzende des Windturbinenherstellers Nordex, Jürgen Zeschky, will das Unternehmen zurück in die schwarzen Zahlen führen. 2011 machte das Unternehmen einen Verlust von nahezu 50 Millionen Euro.

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2012 | 08:22 Uhr

Der neue Vorstandsvorsitzende des Windturbinenherstellers Nordex, Jürgen Zeschky, will das Unternehmen zurück in die schwarzen Zahlen führen. Nachdem das Unternehmen mit Stammsitz in Rostock 2011 einen Verlust von nahezu 50 Millionen Euro machte, erwartet er aber auch dieses Jahr höchstens eine schwarze Null, sagte der Ingenieur am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.

Zeschky, der erst Anfang März zu dem Unternehmen stieß, sagte er habe keine Pläne für einen "großen Personalabbau". Schon im vergangenen Jahr hatte Nordex 260 Stellen gestrichen. Weitere Kostensenkungen seien aber nötig, etwa bei der Herstellung der Windenergieanlagen. Außerdem will er in diesem Jahr bei Technologie und Vertrieb wichtige Entscheidungen fällen.

Nordex braucht Zeschkys Angaben zufolge dringend einen Partner bei der Off-shore-Technologie, also bei Windturbinen, die auf dem Meer aufgestellt werden. Hier zeichnet sich offenbar eine Partnerschaft mit einem der Großen in der Branche ab, dessen Namen Zeschky nicht nennen wollte. Nordex verhandelt derzeit ausschließlich mit diesem potenziellen Partner. Dabei will Zeschky in naher Zukunft zu Ergebnissen kommen. Ende des Jahres 2012 sei ihm zu spät, sagte Zeschky, auch wenn er keine Frist setzen wolle.

Problem China bisher ungelöst

Außerdem hat Nordex ein Problem in China. Bereits im vergangenen Jahr hat die Firma dort rund acht Millionen Euro verloren. Nordex brauche "eine gute Lösung für China", sagte der neue Vorstandsvorsitzende, schon weil es der größte Markt ist. Die Firma verhandelt deshalb auch dort mit einem großen Partner, der vor allem an der Nordex-Technologie interessiert sei, sagte Zeschky.

Im vergangenen Jahr hatte Nordex mit der Flaute bei den erneuerbaren Energien zu kämpfen. Im wichtigsten Markt Europa brachen wegen der Schuldenkrise teils die Aufträge in Südeuropa ein.

Die Zukunft des Unternehmens sieht das Management deshalb in Osteuropa, besonders aus Polen kämen ermutigende Signale, hieß es.

In das laufende Jahr ist Nordex nach eigenen Angaben mit guten Zahlen gestartet. Der Auftragseingang kletterte bisher kräftig und legte zwischen Januar und Ende März auf 284 Millionen Euro zu. Das entspricht einer Steigerung um 84 Prozent. Ob Nordex langfristig stark genug ist, um sich allein am Markt zu halten, steht auch für Zeschky infrage. "Klar kann man darüber spekulieren", sagte er.


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